16.03.2026

Maurmer Zeitung

Kein Geld von der Gemeinde für Lokalblatt

Der Gemeinderat Maur hat die Initiative «Für die Förderung der Meinungsvielfalt in der Gemeinde Maur» für ungültig erklärt. Eine finanzielle Unterstützung der Maurmer Zeitung stehe im Widerspruch zu übergeordnetem Recht.

Der Verein Maurmer Zeitung hatte eine Defizitgarantie von maximal 49’000 Franken jährlich für die Jahre 2027 bis 2029 gefordert. Die Gemeinde lehnten ab mit der Begründung, «dass die Förderung von journalistischen Inhalten nicht zu den Gemeindeaufgaben gehört». Die Initianten kündigen Rekurs beim Bezirksrat an, wie der Zürcher Oberländer schreibt.

Die Zeitung wurde von Thomas Renggli gegründet, nachdem sein Vertrag als Chefredaktor der Maurmer Post 2024 nicht verlängert worden war – wegen eines Artikels, der schwere Vorwürfe gegen die Gemeinde enthielt, ohne ihr eine Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben. Renggli kandidierte jüngst erfolglos für den Gemeinderat.

Der Gemeinderat begründet seinen Entscheid damit, dass Journalismusförderung nicht zu den Gemeindeaufgaben gehöre und die Unterstützung eines einzelnen Mediums wettbewerbsverzerrend wäre, schreibt der Zürcher Oberländer. Die Initianten widersprechen: Ihre Forderung sei keine Presseförderung, sondern ein Vereinsbeitrag – lediglich 13 Prozent der Kosten der Maurmer Post. Der Gemeinderat wehre sich «mit allen Mitteln gegen die Meinungsvielfalt», schreibt die Maurmer Zeitung in eigener Sache.

Auf dem Newsportal Uster24, das auch über Maur berichtet, gibt Verlegerin Barbara Tudor beiden Seiten teilweise Recht: Die Maurmer Post solle sich auf neutrale Informationsvermittlung beschränken, die Maurmer Zeitung ihre Oppositionsrolle aufgeben und sich als echte Dorfzeitung über Inserate und Abonnemente selbst finanzieren. Geld von der Gemeinde zu verlangen und diese gleichzeitig zu kritisieren, sei inkonsequent, schreibt Tudor. (nil)


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