Marissa Mayer, Geschäftsführerin von Google, appelliert an die Fernsehindustrie, die Suchmaschine Google nicht als Bedrohung sondern als Chance zu sehen. Durch das neue Medium könne Fernsehen noch populärer werden. Derzeit fürchten viele Fernsehstationen aufgrund der äusserst erfolgreichen Internetwerbung um ihre Werbeeinnahmen.
Im Interview mit der britischen Zeitung Guardian meinte Mayer: "Das Internet macht Appetit auf Medien und wird Bücher, Radio oder Fernsehen daher nicht ersetzen." Mayer sieht das Internet nicht als Bedrohung für bestehende Geschäftsmodelle -- ganz im Gegenteil sollte es eher die Benutzer dazu bringen, mehr zu konsumieren.
Das Portal GoogleVideo zeigt seit letztem Monat in acht europäischen Ländern eine Mischung aus Homevideos und professionellen, zum Beispiel von MTV, produzierten Programmen. In den USA ist das Service bereits so erfolgreich, dass es die Shopping-Vergleich-Seite Froogle von Platz eins der wichtigsten Seiten verdrängt hat. "Es könnte die Art, mit der Leute Videos konsumieren verändern, und sie dazu bringen, sehr viel mehr zu konsumieren", interpretiert Mayer die Entwicklungen.
Dass Google -- vor allem bezüglich der Werbeeinnahmen -- trotzdem in Konkurrenz zu traditionellen Medien steht, lässt sich allerdings nicht leugnen. Das neue Video-Suchservice ist vor allem günstig für Werbende, die eine junge Zielgruppe ansprechen wollen. Den Vorteil an den Google-Werbeanzeigen, die passend zu den Suchanfragen erscheinen, sieht Mayer darin, dass sie manchmal sogar treffender sind als die eigentlichen Suchresultate.

