29.08.2020

20 Minuten

Keine Pläne, die Printausgabe einzustellen

Laut der Neuen Zürcher Zeitung gäbe es Pläne, wonach das gedruckte 20 Minuten im nächsten Jahr verschwinden werde. Verlagschef Marcel Kohler dementiert: «Das stimmt nicht». Er ist überzeugt, dass mit der Printausgabe bald wieder Gewinn erwirtschaftet werde.
20 Minuten: Keine Pläne, die Printausgabe einzustellen
Sollen nicht vom Strassenbild verschwinden: die schweizweit 2500 Zeitungsboxen von 20 Minuten. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Die Coronakrise hat auch bei 20 Minuten Spuren hinterlassen. Der Umsatz brach im ersten Halbjahr 2020 markant ein (persoenlich.com berichtete). «Das Sorgenkind von 20 Minuten ist die gedruckte Ausgabe», schreibt die NZZ in der Ausgabe vom Samstag. Die NZZ glaubt zu wissen, dass es Pläne gebe, die Printausgabe bereits im nächsten Jahr einzustellen. Ursprünglich habe man sich dafür fünf Jahre Zeit geben wollen, die Corona-Pandemie habe den Prozess jedoch beschleunigt.

Marcel Kohler, Geschäftsführer 20 Minuten, dementiert diese Aussage jedoch vehement. «Es gibt keinen Plan, die Zeitung einzustellen, und an diesem Plan wird auch nicht gearbeitet. Das stimmt nicht», sagt er zur NZZ. Die Zukunft sei zwar digital, aber das heisse nicht, dass Print wegsterbe.

Tatsächlich reagierte 20 Minuten während des Lockdowns auf den Rückgang des Pendlerverkehrs und den Einbruch der Werbeeinnahmen. Ab Ende März erschien die Pendlerzeitung nur noch in je einer Version für die Deutsch-, die Westschweiz und das Tessin, die Regionalausgaben wurden eingestellt. Laut NZZ soll die Auflage während der Pandemie auf 255'000 Exemplare geschrumpft sein. Mit dem Ende des Lockdowns wurde die Auflage jedoch wieder erhöht. Mittlerweile habe sich diese wieder bei 90 Prozent und damit bei rund 400'000 Exemplaren stabilisiert, so Kohler zur NZZ. Die Printausgabe werde bald wieder in die Gewinnzone rutschen.

Auch andere Verlage wurden durch die Coronakrise hart getroffen – so zum Beispiel Christoph Blochers Swiss Regiomedia. «Der Einbruch war massiv, vereinzelt konnten Ausgaben wegen der Krise nicht erscheinen», sagt Philipp Theiler, Delegierter des Verwaltungsrates, zur NZZ. Man sei aber «auf dem besten Weg zurück». Laut Daniel Sigel, Präsident des Verbands Schweizer Regionalmedien, sei die Krise jedoch noch lange nicht überwunden. Zwar sei der Geschäftsgang im Juli überragend gewesen, der August aber wieder «enttäuschend». (cbe)



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Kommentare

  • Robert Hozer, 29.08.2020 16:33 Uhr
    Die gedruckte Ausgabe von 20 Minuten kann weg. Vermisst würde sie bestenfalls von Altpapierhändlern. Was dieses Blatt an unnötigen Autofahrten zum nächsten Regionalbahnhof und Littering auslöst ist schlicht unverantwortlich.
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