03.11.2004

Studie

Kinder sehen am liebsten fern

Kinder hören gleich oft Privatradios wie SRG-Sender.

Das Fernsehen ist das beliebteste Medium der 7- bis 14-Jährigen, dicht gefolgt vom Radio, wobei Deutschschweizer Kinder die grösste Radioaffinität aufzeigen. Ist die mit Radiohören verbrachte Zeit in den verschiedenen Sprachregionen über alle Tage in etwa gleich verteilt, so schauen Schweizer Kinder an Wochenende laut Auskunft ihrer Eltern bis zu einer Stunde länger fern als an Werktagen.

Der SRG-SSR-Forschungsdienst hat zwischen Mai und Juli 2003 eine umfangreiche Erhebung zum Mediennutzungsverhalten von Kindern durchgeführt. Dabei wurde mit verschiedenen Befragungs- und Messmethoden gearbeitet: Rund 500 Eltern in der gesamten Schweiz wurden in persönlichen Interviews zu den Mediennutzungsgewohnheiten und -präferenzen ihrer 7- bis 14-jährigen Kinder befragt. Diese Ergebnisse liefern eine für die drei Sprachregionen repräsentative Basis.

Fast alle Haushalte verfügen über ein Radio- bzw. Fernsehgerät

Was die Medienausstattung betrifft, verfügen so gut wie alle Haushalte mit Kindern über mindestens ein Radio- (98 Prozent) bzw. Fernsehgerät (96 Prozent). Im eigenen Zimmer haben etwa zwei Drittel der Kinder (63Prozent) Zugang zu mindestens einem Radioapparat, während der Anteil beim Fernsehgerät bei 18 Prozent liegt. Ähnlich hoch ist das Vorhandensein von Computern (19 Prozent) -- es handelt sich dabei vor allem um Geräte ohne Internetanschluss.

Im Allgemeinen kann man festhalten, dass in den Kinderzimmern aller Sprachregionen des Landes die Geräte der auditiven Unterhaltungselektronik mehr verbreitet sind als solche der visuellen. Der CD-Player nimmt mit 66 Prozent die Spitzenposition in den Kinderzimmern ein.

Freiheit in der Benutzung auditiver Unterhaltungsgeräte überdurchschnittlich gross

In Bezug auf den ungehinderten Zugang zu den Apparaten der Unterhaltungselektronik lässt sich feststellen, dass die Freiheit in der Benutzung auditiver Unterhaltungsgeräte überdurchschnittlich gross ist: Fast alle Kinder (96 Prozent) haben freien Zugang zum Radio, 68 Prozent zum Fernsehen und 59 Prozent zum Computer. Die stärkere Reglementierung der TV- und Computernutzung durch die Eltern überrascht nicht: die als potentiell schädigend eingestuften Inhalte wie Gewalt- und Sexszenen werden in der Regel visuell vermittelt. Bezeichnend ist in diesem Zusammenhang die restriktivste Haltung gegenüber der freien Benutzung eines PCs mit Internetanschluss (50 Prozent).

Kinder hören gleich oft Privatradios wie SRG-Sender.

Ein weiterer Teil dieser Studie bestand aus einem Pilotprojekt, bei dem die Mediennutzung der Sprösslinge im Mai/Juni 2003 erstmals elektronisch mit RADIOCONTROL gemessen wurde. 352 Deutschschweizer Kinder zwischen 7 und 14 Jahren trugen während einer Woche eine Uhr und gaben in einem Interview Auskunft über ihre Mediennutzung.

Die Messungen zeigen, dass die Radionutzung Heranwachsender mit einer Nettoreichweite von 82 Prozent schwächer ausfällt als diejenige der Erwachsenen (90 Prozent), im Tages- und Wochenverlauf jedoch nach einem ähnlichen Muster abläuft.

Kinder wenden sich mit grösserer Vorliebe Privatradiosendern zu. Der Marktanteil der privaten Radioanbieter ist bei den untersuchten Kindern mit 43 Prozent etwa gleich gross wie jener der SRG-SSR-Programme (42Prozent). Privatradios erreichen bei Erwachsenen 26 Prozent, SRG-SSR-Programme 66 Prozent Marktanteil.


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