03.09.2014

Bakom

"Konkurrenten müssen sich zusammenraufen"

Appell an die Radiobranche von Bakom-Direktor Philipp Metzger.

Der immer rasantere Wandel in der Schweizer Medien- und Radiolandschaft mache eine Kooperation aller Akteure unabdingbar, sagte Bakom- Direktor Philipp Metzger am Mittwoch am Swiss Radio Day. Konkurrenten müssten sich in gewissen Punkten "zusammenraufen".

Der Staat sei nur einer der Akteure, sagte Metzger in Zürich. Die staatliche Steuerung werde kontinuierlich zurückgefahren - ein Prozess, der schon seit mehreren Jahren im Gange sei. Mehr und mehr übernehme der Staat die Rolle des Moderators und gebe diejenige des Regulators ab. Und er fälle jene Entscheide, die sonst niemand fällen könne.
 
Die Moderatorenrolle hat das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) etwa in einer Arbeitsgruppe inne, in der sich Vertreter der gesamten Branche mit Fragen im Zusammenhang mit dem Weg des Radios von UKW zu DAB+ befassen. Der Schlussbericht soll laut Metzger Ende Jahr vorliegen.
 
Voraussichtlich im Sommer 2016 werde zudem der Bundesrat einen Bericht zum Service public vorlegen. Darin werden Auftrag und Leistung der SRG analysiert.
 
Im weiteren befasst sich der Bundesrat laut Metzger mit Fragen des Regionalen Service public - konkret mit der Frage, welche Konzession ab 2020 an wen und für wie lange vergeben wird. Dabei gehe es nicht nur um Inhalte, sondern auch um deren technologische Verbreitung.
 
Staat ist nicht Innovator, sondern Förderer
Angesichts der raschen Entwicklung sei Offenheit nötig, ein "breiter Radar" - auch für Möglichkeiten, von denen man heute vielleicht noch nicht träume. Der Staat selbst sei zwar nicht "Innovator", aber er könne wichtige Grundlagen schaffen und so Entwicklungen fördern.
 
Die neue Radio/TV-Verordnung und die Revision des Radio/TV-Gesetzes etwa seien wichtige Schritte in Richtung der Digitalisierung. Die Verordnung bringe unter anderem eine Lockerung der UKW-Versorgung und lege fest, dass nicht mehr gebrauchte UKW-Frequenzen stillgelegt würden. Das Gesetz regle unter anderem die öffentliche Finanzierung und die Technologieförderung.
 
Insgesamt bescheinigte Metzger dem Medium Radio, es sei "gut unterwegs", befinde sich in einer stabilen Situation und habe "intakte Zukunftsaussichten". Die Radiovielfalt nehme zu - genauso wie die Vielfalt der Publikumsbedürfnisse. (sda)

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