Die NZZ am Sonntag hat ein Konzept für Regionalsplits ausgearbeitet. Laut Cashdaily will die NZZaS ihre Position im Sonntagsmarkt halten oder gar ausbauen. Das Splitprojekt ziele in erster Linie auf das lokale Rubriken-Geschäft. Solange dieses noch nicht ins Internet abgewandert sei, wolle es die NZZaS halten. NZZaS-Chefredaktor Felix E. Müller bestätigt gegenüber Cashdaily: "Ja, wir stellen diesbezüglich gewisse Überlegungen an. Das Konzept stehe, der Vertrieb stelle allerdings eine Herausforderung dar.
Die NZZaS reagiert mit diesem Schritt auf die geplante Sonntagsausgabe der Mittelland Zeitung (MZ). Müller zu Cashdaily: "Ich will nicht tatenlos zuschauen, wenn die Regionalzeitungen tatsächlich mit Sonntagsausgaben kommen." Bei der MZ will man sich durch diese Aussage nicht beirren lassen. Ueli Eckstein, frisch gewählter COO der AZ-Gruppe zum Thema: "Es ist doch jedem Unternehmen selber überlassen, welche Strategie es verfolgt. Wenn die NZZaS einen Regionalsplit lancieren will, so ist das ihr gutes Recht." Beunruhigt ist man deshalb nicht, da die NZZ eine andere Klientel habe als die MZ.
Eckstein weiter: "Meiner Meinung nach ist die NZZ für die regionale Berichterstattung nicht prädestiniert. Dafür braucht es spezifisches Know-how und eine spezifische Produktstruktur. Er gesteht der NZZ zwar ein sehr grosses Know-how zu, allerdings eher in anderen Bereichen.
'Chancen, Risiken und Möglichkeiten einschätzen'
Auch SonntagsZeitung-Chefredaktor Andreas Durisch betrachtet das Vorhaben der NZZaS eher skeptisch: "Gemäss meinen Erfahrungen beim Sonntagsblatt kann ich sagen, dass die regionale Berichterstattung für einen nationalen Titel ein schwieriges Feld ist: Substantiell gute Geschichten für den Regionalteil sind rar, die Samstagsaktualität dröge. Die wirklich spannenden Themen aus einer Region wollen die Blattmacher im Mantelteil."
Wie reagiert man bei der SonntagsZeitung auf die Offensive der NZZaS? Durisch: "Die Ankündigung der NZZaS empfinde ich als Aufforderung, uns mit dem Thema Regionalberichterstattung auseinanderzusetzen. Es gehe nun darum, die Chancen, Risiken und Möglichkeiten in diesem Bereich, einzuschätzen.

