Am Montag haben Der Landbote und die Thurgauer Zeitung ihre weitreichende Zusammenarbeit auf Redaktions- und Verlagsebene bekannt gegeben. Colette Gradwohl, Chefredaktorin des Landboten und der künftigen Mantelredaktion, erklärte auf Anfrage von "persoenlich.com" am Montag, dass die Kooperation nicht auf Druck der Tamedia zu Stande gekommen sei: "Die Hauptplayer waren die Ziegler Druck und Verlags AG sowie die Thurgauer Medien AG." Tamedia sei als Besitzerin der Thurgauer Zeitung in die Gespräche involviert gewesen, stark am Strick gezogen hätten jedoch die beiden Unternehmen selbst.
Die Äusserungen von Tamedia-Chef Hans Heinrich Coninx in einem Interview mit der Thurgauer Zeitung lassen aber doch erahnen, dass der Einfluss der Tamedia nicht unwesentlich war. So ist laut Coninx die Zusammenarbeit zwischen Landbote und TZ bereits bei der TZ-Übernahme geplant gewesen. Sie könne nun ein Jahr früher als geplant umgesetzt werden. Es habe keine Alternative zu dieser Zusammenarbeit gegeben, weil die beiden Blätter mit Auflagen "von je etwa 38000 Exemplaren" zu klein seien, um längerfristig allein überleben zu können.
Schaffhauser Nachrichten lehnten Kooperation ab
Zur Mitarbeit an der "Nordostschweiz (NOS)" - dieser Zusatztitel wird unter den Zeitungsnamen stehen -- seien auch die Schaffhauser Nachrichten (SN) eingeladen gewesen. Sie hätten aber abgelehnt. Die SN nimmt bereits bisher an einem Inseratekombi mit Landbote und TZ teil.
Ende vergangener Woche war via Schaffhauser AZ bekannt geworden, dass die Zusammenarbeit der SN mit dem Landboten und der TZ weitgehend beendet wurde. Landbote und SN wurden bisher am Morgen über die gleiche Organisation ausgetragen. Zudem teilten sich TZ und SN den Bundeshauskorrespondenten. Die SN muss nun neue Lösungen finden.

