18.12.2019

Weltwoche

Köppel bezeichnet NZZ als Meinungspolizei

Der Weltwoche-Chefredaktor wehrt sich gegen die Vorwürfe, chinafreundlich zu sein. «Ich lasse mir nicht vorschreiben, wie ich zu berichten habe», so Roger Köppel.
Weltwoche: Köppel bezeichnet NZZ als Meinungspolizei
«Ich bin stolz auf unsere vielschichtige China-Berichterstattung», so Weltwoche-Verleger Roger Köppel gegenüber dem Tages-Anzeiger. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Die Weltwoche berichte bemerkenswert positiv über China. So dürfe der chinesische Botschafter Gen Wenbing wöchentlich «ungefiltert die chinesische Staatsdoktrin» verbreiten. Im Gegenzug bezahle China Inserate in der Weltwoche, so der Vorwurf der NZZ (persoenlich.com berichtete).

Er sei zwar gegen China-Bashing, es könne aber keine Rede davon sein, dass die Weltwoche nur chinafreundlich berichte, sagt Köppel in der Blick-Ausgabe vom Mittwoch. «Ich habe den Botschafter franko und gratis zwölf Kolumnen schreiben lassen, damit er seine Sicht gegen das China-Bashing bringen kann. Anlass war das 70-jährige Bestehens der diplomatischen Beziehungen Schweiz-China», so Köppel. Und doppelt nach: «Ich lasse mir von der Meinungspolizei der NZZ nicht vorschreiben, wie ich zu berichten habe.»

Zum Vorwurf der bezahlten Inserate äussert er sich gegenüber Blick nicht. Im Tages-Anzeiger vom Mittwoch sagt er: «Ich gebe nicht öffentlich Auskunft über unser Anzeigengeschäft. Aber natürlich nutzen wir wie alle Verlage all unsere Beziehungen, um an gute Kunden zu gelangen.» Er sei stolz auf die vielschichtige China-Berichterstattung. «Anders als Donald Trump und die NZZ setze ich mich als Publizist und neutraler Schweizer für gute Beziehungen mit China ein», so Köppel im Tagi. (pd/cbe)


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KOMMENTARE

Armin Nüssli
19.12.2019 19:16 Uhr
Herr Custer, wie kommen Sie darauf, die Weltwoche sei nicht glaubwürdig?
Ueli Custer
19.12.2019 09:19 Uhr
Ein anderes Beispiel, wie die Presse ihre Glaubwürdigkeit weiter aktiv untergräbt. Wenn Köppel zum Vorwurf des Koppelgeschäftes nicht Stellung bezieht, ist das ja bereits ein offensichtliches Schuldeingeständnis, dass dieser Verstoss gegen die Regeln der Lauterkeitskommission und des Presserates effektiv so stattgefunden hat, wie ihn die NZZ beschrieb. Zum Glück ist die Weltwoche ja für viele Leute schon lange nicht mehr glaubwürdig.
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