Nach Milliarden-Investitionen ist Europas grösster Medienkonzern Bertelsmann im letzten Jahr deutlich gewachsen. Der Umsatz stieg um 5.1 Prozent auf 17.9 Mrd. Euro. Der operative Gewinn kletterte um 13 Prozent auf 1.6 Mrd. Euro. Daran hatten die RTL Group, aber auch die Druckereien Arvato und Gruner + Jahr massgeblichen Anteil, wie Konzernchef Gunter Thielen am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Berlin mitteilte. Die Zahl der Mitarbeitenden wuchs weltweit um rund 10'000 auf 88'000 Personen.
Lediglich die Musiktochter BMG musste auf Grund der Schwäche des Musikmarktes Umsatzeinbussen von 16.5 Prozent auf 2.1 Mrd. Euro hinnehmen. Dies konnten auch durch das digitale Geschäft nicht ausgeglichen werden. Der Nettogewinn blieb jedoch mit 1.04 Mrd. Euro knapp unter dem Vorjahreswert von 1.17 Mrd. Euro. Bertelsmann machte dafür Sondereffekte im Vorjahr verantwortlich, etwa den Verkauf von US-Immobilien. Bertelsmann hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr rund 2.5 Mrd. Euro investiert, davon brutto 1.7 Mrd. Euro in Zukäufe.
An die Gesellschafter sollen insgesamt 287 Mio. Euro ausgeschüttet werden. Darin enthalten sind auch 120 Millionen Euro an Garantiedividende für den belgischen Minderheitsaktionär (25.1 Prozent) Groupe Bruxelles Lambert (GBL).
Bereit für Börsengang
GBL-Eigner Albert Frère hatte vor wenigen Wochen angekündigt, seinen Anteil im Falle günstiger Marktbedingungen an die Börse bringen zu wollen. Bertelsmann hält sich weiter für einen möglichen Börsengang bereit. Bertelsmann respektiere die Ankündigung von GBL, sagte Thielen.

