09.12.2019

Umzug von Bern nach Zürich

Kritik von SRF-Mitarbeitenden unerwünscht

Am Dienstag informiert die SRG, wie es mit den Mitarbeitenden des Radiostudios in Bern weitergeht. Die Angestellten befürchten laut einem Bericht, weggespart zu werden. Kritische Äusserungen werden von der Chefredaktion «nicht goutiert».
Umzug von Bern nach Zürich: Kritik von SRF-Mitarbeitenden unerwünscht
Am Mittwoch wird SRF-Direktorin Nathalie Wappler nach Bern reisen, um sich den Fragen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stellen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Die neue Audiostrategie soll am Dienstag von der Geschäftsleitung abgesegnet werden (persoenlich.com berichtete). Am selben Tag werden die SRF-Mitarbeitenden über ihr Schicksal an einer Infoveranstaltung informiert. Am Mittwoch wird ausserdem SRF-Direktorin Nathalie Wappler nach Bern reisen, um sich den Fragen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Radiostudios zu stellen.

In der Einladung der Chefredaktion zur Infoveranstaltung stand, dass möglichst viele kommen sollten, «denn es ist wichtig, Eure Fragen beantworten zu können.» Einige Angestellte befürchten deshalb, es werde einschneidende Massnahmen geben, wie der Tages-Anzeiger berichtete.

«Wir befürchten, dass wir abgehängt werden, auf dem Abstellgleis landen und zu Tode gespart werden», sagte eine Mitarbeiterin dem Tagi. Brisant: Offenbar wurde vergangene Woche den SRF-Angestellten mitgeteilt, «dass öffentliche Kritik nicht goutiert werde», schrieb der Tages-Anzeiger weiter. Ausserdem sollen keine kritischen Artikel auf Social Media geliket oder geteilt werden. Die Devise sei von der Chefredaktion gekommen. (lol)



Kommentar wird gesendet...

Kommentare

  • Patrick Linder, 10.12.2019 16:35 Uhr
    Ein absoluter Sündenfall und ein NO-GO in der föderalistisch organisierten Schweiz. Und noch ein Fact zur *Sparkultur* der SRG: An der Giacomettistrasse 1 (früher Schweizer Radio International) wurden vor rund 25 Jahren die Studios in Büros und die Büros in Studios für X Millionen umgewandelt. Das Studio Bern wurde in den letzten Jahren für zig Millionen technologisch und baulich aufgerüstet. Auch dies offenbar eine Fehlplanung. Ich verlange, dass die SRG ihre Aufwendungen für Umbauten der letzten Jahrzehnten offenlegt. Und last but not least: Digitalisierung verlangt und braucht KEINE Zentralisierung. Patrick Linder, ehemaliger Produzent bei SRI und langjähriges RGB-Mitglied
Kommentarfunktion wurde geschlossen

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang20200803

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.