12.08.2010

Ringier

Kurzinterview mit Marco Castellaneta

Entertainment-Geschäftsführer zu seinem Nachfolger als CCO und seiner neuen Aufgabe.

Herr Castellaneta, gestern wurde mit Matthias Graf Ihr Nachfolger auf der Position des CCO vorgestellt. Haben Sie bei der Wahl mitgewirkt?

Auch bei der Ringier AG wird der CCO vom CEO ausgewählt. Christian Unger hat mich zwar über seine Shortlist informiert, er hat aber selbstverständlich selber ausgewählt. Denn es ist für einen Kommunikationschef enorm wichtig, dass das Vertrauensverhältnis und die Chemie zwischen dem CEO und ihm stimmen. Es ist also reiner Zufall, dass der neue Kommunikationschef Matthias Graf zum einen ein harbour club Kollege ist, zum anderen durch die selbe "Kommunikationsschmiede" an der Uni Lugano ging und somit auch ein MScom Alumni Kollege ist. Aber ich bin naürlich froh, dass mit Matthias Graf ein ausgewiesener Medienprofi, der die Herausforderungen des digitalen Zeitalters kennt, diesen Job übernimmt.

Sie waren sechs Jahre als CCO bei Riniger tätig. Was waren die Highlights?

2004 war Ringier gerade in der Startphase mit einem neuen Intranet, erstmals wurde ein Intranet gruppenweit ausgerollt. So war es auch das erste Mal, dass alle zehn Länder in welchen Ringier aktiv war eine einheitliche Kommunikations-Infrakstruktur bekamen. Für die Interne Kommunikation ein Glücksfall - wir hatten ab sofort ein Mulitchannel System zur Verfügung, ein Mix aus Print und Elektronischen Mitteln in sechs Sprachen, vom elektronischen täglichen Newsletter bis hin zum gedruckten quartalsweise erscheinenden Magazin. Im selben Zug wurde in den Ländern Mittel- und Osteuropasauch ene einheitliche Externe Kommunikationspolitik etabliert. Im Zuge dieser gesamten Entwicklungen "vom einzelnen Land zur Gruppe" entstanden erste länderüberfreifende Events und Aktionen, Austausch und Innovationsforen im Bereich New Media, der Ringier Photo Award und Kadertagungen. Ein Höhepunkt war sicher das 175 Jahre Jubiläum, zu welchem sich Ringier nicht nur mit Veranstaltungen in allen Ländern, der wissenschaftlichen Aufarbeitung der eigenen Gesichte sondern auch mit dem ersten Corporate Social Responsibility Report nach GRI Kriterien beschenkt hat. In dieser ganzen Zeit war ich Teil eines tollen Teams; in der Schweiz und in neun Ländern.

Was macht einen guten CCO aus?

Er sollte ein Allrounder sein, der seinen Platz gefunden hat in der immer facettenreicheren Kommunikationswelt; einer der auch die operative Seite, das Tagesgeschäft kennt. Das war für mich anfangs, trotz Kommunikationsausbildung und den Erfahrungen im Radio- und TV- Bereich, und als Print Journalist, eher ein Sprung ins kalte Wasser. Vorteile hat zwar sicher immer noch, wer die Arbeit der Medien versteht - aus einem Journalisten wird aber nicht einfach über Nacht ein Kommunikationsprofi. Immer wichtiger wird in meinen Augen die Interne Kommunikation. Ein Unternehmen muss seine Mitarbeiter mitnehmen auf die Reise und von den Plänen überzeugen können. Gleichzeitig wird aber die Interne Kommunikation, im speziellen die Mitarbeiterkommunikation, immer komplexer. Und die Unternehmen änderen auf ihrer Reise heute häufiger und ändern schneller die Richtung. Ein CCO muss daher sämtliche Themen des Konzerns in der Tiefe kennen, und auch verstehen. Nur so kann er erklären und die MItarbeiter mitnehmen. Er muss also auch ein Stratege sein, standhaft sein - und wie die englischsprachigen Kollegen sagen: "He has to sit at the CEO's table." Diese Nähe braucht es wirklich zwingend, sonst wird es bald unglaubwürdig.

Nun führen Sie den neuen Bereich Ringier Entertainment.

Richtig. Bereits am 1. September des letzten Jahres hat man mir die Geschäftsführung des jüngsten Ringier Bereichs anvertraut. Bei Ringier Entertainment sind alle unsere Angebote im Radio-, TV- und Event Bereich zusammengefasst. Eine tolle Aufgabe, dies zu starten.

Was gehört alles zu dieser Aufgabe dazu?

Die Palette reicht vom kleineren Showcase im Bierhübeli Bern bis zur Grossveranstaltung im Stade de Suisse, alles fürs Ohr und fürs Auge. Entweder via Radio, also Energy Zürich und Energy Bern über UKW, IP Stream oder DAB+, oder via Bewegtbild am Fernsehen. Also via PresseTV, Sat.1 (Schweiz) oder Teleclub, an welchen wir beteiligt sind, oder mit unsere Sendungen für das Schweizer Fernsehen. Dazu gehören akutell "5 gegen 5" oder "Al Dente", bald kommen "Die grössen Schweizer Talente" auf SF1, eine Model Challenge auf Pro7 und ein Wohnformat auf SAT.1 (Schweiz) dazu. Aber wir bieten natürlich auch Live Events auf der Bühne an, in Form der grössten Schweizer Rock- und Pop Konzerte von Good News, oder klassischen Veranstaltungen der Classical Company, etwa Lang Lang oder David Garrett. Eine wichtige Ergänzung ist für Ringier das Engagement im Ticketing; und im Moment freuen wir uns auf die 50. Ausgabe des Rose d'or Festivals in Luzern: vom 18. bis zum 22. September begrüssen wir die Welt des Fernsehens in der Schweiz und verteilen die wichtigsten TV Awards auf dem Kontinent.


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