10.04.2016

NZZ

Lob und Kritik für Panama Papers

Rainer Stadler sieht in den Panama Papers eine verspätete Antwort des Journalismus auf die Globalisierung.

In der NZZ vom Samstag äussert sich Medienredaktor Rainer Stadler zu den Panama Papers. Er sieht in der weltweiten Zusammenarbeit von Journalisten ein Ausgleich der Kräfteverhältnisse zwischen Journalismus und Wirtschaft: Während Teile der Wirtschaft längt «nationale Grenzen gesprengt» hätten, blieben Redaktionen mit wenigen Ausnahmen «kleinzellige Betriebe, die sich selbst genügten», schreibt Stadler.

Hier habe der Journalismus aufgeholt. Dank Softwarespezialisten gelinge es Redaktionen mittlerweile, riesige Datenberge zu bewältigen und diese so aufzubereiten, dass die Informationen für ein breites Publikum konsumierbar würden.

Gleichzeitig kritisiert Stadler, dass solche globalen Kooperationen bisher wenig Auswirkungen gehabt hätten. «Es ist wohl unvermeidlich, dass in dem von Eitelkeiten geprägten Mediengeschäft die Recherchen marktschreierisch und mit teilweise selbstgefälligen Berichten in eigener Sache verkauft werden», schreibt der Medienredaktor. Neues oder Illegales hätten aber auch die Panama Papers nicht zu Tage gefördert. Stalder schliesst seinen Text dennoch positiv: Mit jeder Leaks-Affäre wachse der moralische Druck auf Offshore-Zonen. «So erzielen die international vernetzten Rechercheure doch noch eine Langzeitwirkung.» (rar)


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