Der Bundesnachrichtendienst (BND) steht unter Verdacht, Journalisten von Spiegel, Stern und Focus jahrelang systematisch bespitzelt zu haben, um so ein Leck im eigenen Apparat aufzudecken. Laut der Süddeutschen Zeitung habe der BND dabei auch mehrere Journalisten als "inoffizielle Mitarbeiter" benutzt. Nun wehren sich die betroffenen Magazine und Zeitungen und verlangen Akteneinsicht. Der Stern erwägt zudem rechtliche Schritte wie Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die Verantwortlichen und eine Klage auf Feststellung der Rechtswidrigkeit der Bespitzelungs-Aktionen.
Auch der Spiegel überlegt sich rechtliche Schritte, sobald alle Informationen vorliegen, wie ein Sprecher gegenüber der Netzeitung bestätigt. Focus-Chefredaktor Helmut Markwort hatte im ARD-Morgenmagazin angekündigt, sein Magazin werde Anzeige gegen den BND erstatten und auf Herausgabe der relevanten Unterlagen klagen. Diese will er dann bei Gericht vorlegen. Auch die Berliner Zeitung kündigte juristische Schritte an. Die stellvertretende Chefredaktorin, Brigitte Fehrle, sagte, sie sei entsetzt, dass einer ihrer Mitarbeiter im Auftrag des BND ausgespäht wurde. Das sei weder politisch noch moralisch gerechtfertigt.

