Marcello Foa wähnte sich am Wochenende schon als Sieger um den Posten des RAI-Präsidenten (persoenlich.com berichtete). Nun haben ihm die italienischen Oppositionsparteien Forza Italia (FI) und Partito Democratico (PD) einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wie angekündigt gaben sie ihm ihre Stimme nicht. So erreichte der Schweiz-Italiener die nötige Zweidrittelmehrheit in der zuständigen Kommission nicht, wie die französische Presseagentur AFP mitteilt.
Foa, der Chef des «Corriere del Ticino», gilt demnach als Unterstützer der Lega, der fremdenfeindlichen Partei von Innenminister Matteo Salvini. Zudem sei er als Verteidiger Wladimir Putins und als Vertreter «starker nationalistischer Positionen» aufgefallen, der italienische Souveränitätseinbussen zugunsten der EU strikt ablehne. Dies wurde von Foa bestritten. Der Journalist erklärte gegenüber der österreichischen Presseagentur APA, er wolle sich für einen Neustart der RAI einsetzen.
Seine Nomination hatte Kritik von rechts und links ausgelöst. «Das Parlament stemmt sich gegen die Belagerung des Staatsfernsehens durch die Lega von Matteo Salvini und die Fünf Sterne-Bewegung», kommentierte etwa PD-Chef Maurizio Martina.
Was die Nicht-Wahl bedeutet, ist noch ungewiss. Sofern Foa nicht seinen Rücktritt erklärt, bleibt er Mitglied des RAI-Verwaltungsrats; er war am Dienstag in dieses Amt gewählt worden. (maw)

