01.10.2020

SRG muss sparen

Marchand will weniger Samstagabendshows

Der Blick hat am Mittwoch den SRG-Generaldirektor für ein Interview getroffen. Darin erklärt Marchand, wo genau er die Sparmassnahmen im Umfang von 50 Millionen Franken umsetzen will.
SRG muss sparen: Marchand will weniger Samstagabendshows
«Wir müssen neue Erzählformen entwickeln», sagte Gilles Marchand dem Blick im Interview. (Bild: Keystone/Salvatore Di Nolfi)

Das schwierige sei, dass man von der SRG verlange, mehr dezentraler zu agieren und gleichzeitig die Vielfalt der Sprachen, Kulturen und Medien abzubilden habe, sagt der Generaldirektor der SRG, Gilles Marchand, in eineim Interview mit dem Blick.

Eine genaue Anzahl von Entlassungen nennt Marchand nicht. Im Vorfeld wurde bekannt, dass die SRG 250 Vollzeitstellen abbauen müsse (persoenlich.com berichtete). Man versuche Mitarbeitende umzuschulen oder frühzeitig zu pensionieren. Ausserdem helfe die Alterspyramide der SRG den Stellenabbau mit natürlichen Fluktuationen zu unterstützen.

Doch wo genau soll der Rotstift im Unternehmen angesetzt werden? Marchand will «alle Bereiche anschauen»: Forschung, Journalismus, Technik sowie Arbeitsabläufe. Die Zuschauer und Zuhörerinnen werden dies insofern zu spüren bekommmen, dass es weniger grosse Samstagabendshows geben werde. Da soll in Zukunft auch mit privaten Produzenten zusammengearbeitet werden, so Marchand. (lol)



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Kommentare

  • Luethi Marielle, 01.10.2020 10:37 Uhr
    Was ich immer wieder nicht verstehe von den SRG-Managern: Wieso soll es schwierig sein, die Vielfalt der Sprachen und Kulturen mit weniger Budget abzubilden? Die SRG betreibt in der Deutschschweiz, in der Romandie und im Tessin drei grosse Produktionszentren. Es wäre nichts einfacher, als mehr Beiträge von unseren Compatriotes und den Tessinern ins Deutschschweizer Programm zu übernehmen (und umgekehrt). Ich würde diesen Austausch sehr schätzen. Aktuell erfährt man wenig über die französisch- oder italienischsprachige Schweiz und nehme die SRG nicht als Klammer unserer vier Sprachräumen wahr. Auch hat es die SRG bis heute nicht geschafft, ein zentrales digitales Musikarchiv für SRF, RTS und RSI aufzubauen, obwohl man schon vor 10 Jahren davon sprach. Heute kann man zum Beispiel keinen Song im Nachtexpress von Radio SRF1 wünschen, der evtl. in der Romandie rauf und runter gespielt wird. Weil die SRF-Leute diesen Song nicht in ihrem Archiv digitalisiert haben und keinen Zugriff auf das Archiv von RTS haben. Dabei wäre das ein grosser Gewinn mit gleichzeitigem Sparpotenzial, so könnte z.B. auch Radio SRF vermehrt französischsprachige Songs - auch aus der Schweiz - bringen, und nicht immer diesen Einheitsbrei. Mehr Programme von den anderen Landesteilen übernehmen und ein einziges Musikarchiv für alle (was heutzutage einfach einzurichten wäre), und es wäre schon viel Geld (Produktionskosten, Infrastruktur) gespart, und gleichzeitig eine Bereicherung und mehr Swissness.
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