17.08.2010

Digitalradio

Marktforscher prophezeien unerwarteten Boom

2015 weltweit bis zu 200 Millionen Geräte auf Empfang.

Totgesagte leben länger. Das kann nach Ansicht von Marktforschern auf das Digitalradio zutreffen. Obwohl der Flop des digitalisierten Hörfunks seinesgleichen sucht und sich die Technologie im Massenmarkt bisher nicht etablieren konnte, rechnet etwa ABI Research mit einem bevorstehenden und weitgehend unerwarteten Boom. Schon jetzt kommen die Empfänger laut den Branchenkennern bei den Konsumenten allmählich gut an. Innerhalb von fünf Jahren rechnen die Experten mit weltweit insgesamt 200 Mio. installierten Geräten.

In diesem Jahr steigt die Zahl der Digitalradios mit iBiquity-Technologie in den USA auf rund vier Mio. - im Vergleich zu analogen Geräten eine nach wie vor geringe Zahl. In Europa - allen voran Grossbritannien - kommt hingegen das DAB-Format (Digital Audio Broadcasting) zum Einsatz. Grosse Hoffnungen werden nunmehr in den neuen Standard "DAB plus" gesetzt. Seine Einführung wird hierzulande derzeit vorbereitet, um das Digitalradio aus der wirtschaftlichen Versenkung zu holen.

Eine vergleichsweise höhere Qualität in Ton, Kapazitäten und Übertragungsstandards sollen DAB plus zum Durchbruch verhelfen. Europaweit gingen die Digitalradios mit Vorgängertechnologie bisher rund 13,5 Millionen mal über die Ladentische. In Zukunft - bereits ab Mitte des kommenden Jahres - werden ABI Research zufolge auch Smartphones mit Digitalradio-Receivern ausgestattet. Damit wird auch dem Wunsch der Mobilfunk-Netzbetreiber begegnet, den hohen Datenverkehr einzudämmen, der durch den Empfang von Internetradios entsteht. (pte)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen