28.10.2015

Hallwag Kümmerly+Frey

Markus Schneider wird neuer Geschäftsleiter

Die aktuelle Wirtschaftslage fordert eine Restrukturierung.
Hallwag Kümmerly+Frey: Markus Schneider wird neuer Geschäftsleiter

Der Berner Karten- und Reiseführerverlag Hallwag Kümmerly+Frey plant eine Restrukturierung des Unternehmens und stellt dafür einen neuen Chef ein. Er heisst Markus Schneider und arbeitet derzeit beim deutschen Verlag MairDumont.

Schneider wird laut einer Mitteilung des in Schönbühl BE ansässigen Unternehmens seinen Posten am 1. November antreten. Er löst dabei den heutigen Geschäftsführer Peter Niederhauser aber, der laut dem Communiqué bei der Umsetzung der geplanten Restrukturierung "mit Rat und Tat mitwirken" wird.

Der Verwaltungsrat von Hallwag Kümmerly+Frey reagiere damit auf den "allgemeinen Trend im Verlagswesen hin zur Konsolidierung", heisst es in der Mitteilung weiter. Auch die Frankenstärke wird als Grund für die geplante Restrukturierung angegeben. Es gehe darum, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten.

An sich kein Stellenabbau geplant

Wegen der Frankenstärke kämen weniger Touristen in die Schweiz, sagt Schneider gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Deshalb würden beispielsweise auch weniger Strassenkarten verkauft. Zudem gehe es darum, das Berner Unternehmen fit zu machen für die immer mehr von digitalen Produkten geprägte Zukunft.

Schneider bestätigte Aussagen von Niederhauser von August im Schweizer Radio SRF, wonach Hallwag Kümmerly+Frey in den letzten Jahren pro Jahr zwischen drei und vier Prozent Umsatzrückgang erlitten habe. Die Konsolidierung im Geschäft mit Karten und Reiseführern sei noch nicht abgeschlossen.

Mit dem Restrukturierungsprojekt namens "Fit for Future" gehe es darum, nach Synergien im Unternehmen zu suchen - vor allem in der Produktion. Auf Anfrage von persoenlich.com sagt Schneider: "Momentan sind keine Entlassungen geplant." Doch gebe es Vorgaben zur Rentabilität. 30 Angestellte zählt Hallwag Kümmerly+Frey.

Vom Mutter- zum Tochterunternehmen

Die Firma Hallwag Kümmerly+Frey heisst seit dem Jahr 2002 so: Damals übernahm die Hallwag AG die Kartografie aus der Konkursmasse von Kümmerly+Frey. Die in Zollikofen ansässig gewesene Kümmerly+Frey hatte Anfang Dezember 2001 nach einer gescheiterten Sanierung die Bilanz deponiert.

Schneider ist derzeit Geschäftsleitungsmitglied von MairDumont, eines 1948 gegründeten Familienunternehmens mit Sitz in der Nähe von Stuttgart mit 380 Angestellten. Laut Schneider besitzt MairDumont 60 Prozent von Hallwag Kümmerly+Frey und ist das Mutterhaus des Schönbühler Unternehmens.

Er wechsle nun vom Mutterhaus, wo er bisher für Beteiligungen von MairDumont zuständig war, zum Tochterunternehmen. Hallwag Kümmerly+Frey vertreibt in der Schweiz die Produkte von MairDumont wie etwa die Dumont-Reiseführer. (ruh/sda)


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