24.03.2003

Tamedia

Martin Kall zum 20-Minuten-Deal

Exklusiv-Interview im untoten Zürich Express.

Zum 20-Minuten-Coup-de-Théâtre äussert sich Tamedia-CEO Martin Kall am Montag exklusiv im Zürich Express. In dem vom Noch-etwas-länger-Chefredaktor Markus Hegglin geführten Interview erzählt Kall, die Verhandlungen mit 20 Minuten hätten "praktisch 32 Stunden ohne Unterbrechung gedauert".

Die "ersten richtigen Kontakte" zu 20 Minuten haben gemäss Kall im vergangenen November stattgefunden. Zur Mitarbeit beim Express seien "mehrere Verlage" angefragt worden, doch sei nur die Berner Zeitung dazu bereit gewesen. Seine kriegerische Rhetorik sei "Teil der Strategie" gewesen und habe "auch den ausländischen Eigentümern" gegolten. Als Teil dieser Strategie war es auch denkbar, dass der Express für nur zwei Monate lanciert würde. Obschon die Managementkontrolle über den Titel noch bei 20 Minuten liegt, werden Tamedia und Berner Zeitung "auch ihren Einfluss geltend machen können", so Kall weiter.

Jetzt müsse noch einiges in 20 Minuten investiert werden, damit "sich das Produkt unter den besten Rahmenbedingungen entwickeln" könne. Es werde sich bei 20 Minuten "einiges zum Positiven" verändern. Zum Versprechen, der Express-Crew neue Stellen im Haus anzubieten, verwies der Tamedia-Chef auf die letztjährige Fluktuation von rund 12 Prozent. "Sicher kostet uns das alles etwas. Wir sind das aber denjenigen, die in den letzten vier Monaten am Projekt gearbeitet haben oder eine sichere Anstellung aufgegeben haben, einfach schuldig. Wir wollen Leute, die ein Risiko auf sich nehmen nicht bestrafen."


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