Roger Köppel, neuer Besitzer der Weltwoche, wirft in seiner Kolumne in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung den Schweizer Verlagshäusern vor, im Fall Swissfirst eine "gewaltige Vorverurteilungskampagne" zu führen. Fast alle Verlage "inklusive NZZ" seien dem Rechtsstaat davongaloppiert, das Bankgeheimnis sei torpediert und anonyme Informanten sowie PR-Zampanos nach vorne geschoben worden.
Soweit Köppel das sieht, "liegt im Fall Swissfirst bis jetzt kein juristisch relevanter Vorwurf gegen Matter und die Bank vor". Ein ihm und Matter bekannter Chefredaktor, dessen Blatt ebenfalls gegen Swissfirst tobte, habe erklärt, dass noch nichts juristisch Handgreifliches gefunden worden sei, aber man müsse doch sagen, der Deal sei "irgendwie" unsauber gelaufen, "irgendwo" seien doch Fehler gemacht worden. "Irgendwie, irgendwo, irgendwann?", fragt sich Köppel und bemerkt, dass die Gerichtshöfe der Moral eben keine Prozessordnung kennen würden.

