03.08.2023

ProSiebenSat.1

Medienkonzern schreibt rote Zahlen

Das Unternehmen schreibt im vergangenen Quartal 56 Millionen Euro Verlust. Der schwache Werbemarkt und Restrukturierungskosten belasteten das Ergebnis.
ProSiebenSat.1: Medienkonzern schreibt rote Zahlen
Für das zweite Halbjahr erwartet der Konzern eine Erholung des Werbegeschäfts mit positiven Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis. (Bild: Keystone/DPA/Matthias Balk)

ProSiebenSat.1-Chef Bert Habets sagte am Donnerstag: «Das zweite Quartal war wie erwartet weiter von einem schwachen TV-Werbemarkt geprägt.» Ausserdem belasteten die Vollkonsolidierung der Streaming-Plattform Joyn sowie eine Restrukturierungsrückstellung für den Konzernumbau samt Abbau von 400 Stellen das Quartalsergebnis stark.

Der neue Finanzvorstand Martin Mildner sagte, im zweiten Halbjahr erwarte er «eine Erholung unseres Werbegeschäfts und damit deutliche Aufholeffekte bei Umsatz und Ergebnis». Der MDAX-Konzern bestätigte die Jahresprognose und rechnet mit 4,1 Milliarden Euro Umsatz und einem um Sondereffekte bereinigten Betriebsergebnis (adjusted Ebitda) von 600 Millionen Euro.

Medienkonzern hofft auf starkes Jahresende

Im laufenden dritten Quartal dürfte das Betriebsergebnis auf Vorjahreshöhe stagnieren. Entscheidend seien aber die letzten vier Monate des Jahres als traditionell umsatz- und ergebnisstärkste Zeit für das Werbegeschäft, teilte ProSiebenSat.1 mit.

Im zweiten Quartal fiel der Konzernumsatz im Vorjahresvergleich um 17 Prozent auf 868 Millionen Euro. «Vor dem Hintergrund des rezessiven gesamtwirtschaftlichen Umfelds investierten Werbekunden wie erwartet weiterhin nur zurückhaltend in TV-Werbung.» Diesen Rückgang konnte das Wachstum der digitalen Werbeerlöse nur teilweise kompensieren.

Zudem fehlten die Erlöse des 2022 verkauften US-Produktionsgeschäft der Red Arrow Studios. Der Umsatz der Dating & Video-Sparte brach um 18 Prozent ein, zum einen wegen der Konsumzurückhaltung, zum anderen wegen strengerer Verbraucherschutzregeln, die die Abo-Modelle von Parship und ElitePartner betreffen. Zugelegt haben dagegen das Online-Vergleichsportal Verivox und die Online-Parfümerie flaconi.

Stellen werden gestrichen

Das Konzernergebnis Ergebnis sei «vor allem aufgrund der geringeren Profitabilität des Werbegeschäfts gesunken», teilte ProSiebenSat.1 mit. Das bereinigte Betriebsergebnis halbierte sich auf 79 Mio Euro, nach Steuern stand ein Verlust von 56 Millionen Euro. Dazu trug die Restrukturierungsrückstellung in Höhe von 58 Millionen Euro massgeblich bei.

Nach der Übernahme von Joyn doppelt besetzte Stellen sollen nun wegfallen und Kosten gesenkt werden, um in die Digitalisierung investieren zu können und ProSiebenSat.1 langfristig wieder profitabler zu machen. (sda 


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