Moritz Leuenberger wird wegen der Vergabe der Radio- und TV-Konzessionen von den Verlierern harsch kritisiert. Mehrere grosse Medienhäuser bereiten deshalb Rekurse vor. "Enttäuscht und bestürzt" sei er, sagte Ringier-Geschäftsführer Marc Walder gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Die "Blick"-Herausgeberin hat für ihr Radio Energy keine Konzession für das Gebiet Zürich/Glarus erhalten.
Offenbar wolle das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) "die erfolgreichen Medienhäuser bestrafen", sagte Walder. Man werde gegen den Entscheid vor dem Bundesverwaltungsgericht rekurrieren. Der Rekurs wird aufschiebende Wirkung haben. Walder geht davon aus, dass rund ein Jahr verstreicht, bis ein Entscheid fällt. In dieser Zeit kann Radio "Energy" wie bisher weitersenden.
Es wird nicht der einzige Rekurs bleiben: Die Aargauer AZ-Medien, die keine Konzession für das Innerschweizer Tele Tell erhalten haben, wollen den Entscheid ebenfalls anfechten. Auch Radiopionier Christian Heeb geht vor Gericht, weil sein Basler Projekt RBB nicht berücksichtigt wurde. Heeb, der vor 25 Jahren Radio Basilisk gegründet hatte, kritisierte, es habe keine Chancengleichheit zwischen den bestehenden Lokalradios und ihm als Neubewerber gegeben.
Tamedia prüft Rekurs wegen Tele Züri
Der Tamedia-Verlag prüft seinerseits einen Rekurs, wie Sprecher Christoph Zimmer sagte. Dass Tele Züri keine Konzession erhalten habe, sei unverständlich angesichts des Leistungsausweises des Senders. Tamedia werde nun mit den Kabelunternehmen Gespräche aufnehmen, sagte Zimmer. Diskutiert werden soll ein allfälliger Weiterbetrieb von "Tele Züri" ohne Konzession mit Gebührengelder. (sda)

