23.03.2020

Coronavirus

Mit Mikrofonschutz und Teleskop auf Reportage

Nicht alle können im Homeoffice arbeiten. Reporterinnen und Reporter von SRF oder TeleZüri leisten in Krisen-Zeiten einen wichtigen Job. Zum Schutz der Gesundheit kommen bei SRF Plastikfolien zum Einsatz. CH Media setzt vor allem auf Abstand.
Coronavirus: Mit Mikrofonschutz und Teleskop auf Reportage
SRF-Basel-Korrespondent Tobias Bossard (rechts) macht während einer SRF-Sondersendung ein Interview mit Teleskop und Plastikfolie ums Mikrofon. (Bild: Videostill SRF-Sondersendung vom 19.3.2020)
von Michèle Widmer

Bleiben Sie zuhause, lautet die eindringliche Botschaft des Bundesrats in der Coronakrise. Während sich die einen das Büro in den eigenen vier Wänden einrichten und das Daheim nur noch in Ausnahmefällen verlassen, gibt es mehrere elementare Jobs, bei denen das nicht möglich ist. Nebst Ärztinnen, Krankenpflegern oder dem Kassierpersonal in Lebensmittelläden, zählen auch Reporterteams von TV-Stationen dazu.

Der Informationsbedarf ist in Zeiten der Coronakrise sehr hoch, Sendungen wie die «Tagesschau» von SRF oder die «ZüriNews» von TeleZüri sind im Quotenhoch (persoenlich.com berichtete). Um solche Sendungsbeiträge zu realisieren und die Bevölkerung unabhängig zu informieren, müssen TV-Journalistinnen und Kameramänner raus. Sie veröffentlichen so Bilder und Erfahrungsberichte, die anders nicht an die Öffentlichkeit gelangen würden. Mit jedem dieser Einsätze steigt die Möglichkeit einer Ansteckung mit Covid-19. 

Interviewpartner halte Mikrofon selber

Um das eigene Personal während der Arbeit bestmöglich zu schützen, haben SRF sowie CH Media besondere Richtlinien für Reporterinnen und Reporter erlassen. Auch auf Aussenreportage würden sich SRF-Mitarbeitende strikt an die Anweisungen des Bundes halten, sagt SRF-Sprecherin Andrea Wenger auf Anfrage von persoenlich.com.

Der Mindestabstand von zwei Metern werde eingehalten – sowohl zwischen den Crewmitgliedern wie auch zu den Gesprächspartnern. Um den Abstand von zwei Metern in Interviewsituationen einhalten zu können, setzt SRF Teleskope sein. Teilweise würden die interviewten Personen die Mikrofone auch in der eigenen Hand halten, ergänzt Wenger. Sichtbar wird dies teilweise in den Beträgen, wie die Screenshots aus SRF-Sendungen zeigen:

Bildschirmfoto 2020-03-23 um 14.49.26

Bildschirmfoto 2020-03-23 um 14.47.03

Bildschirmfoto 2020-03-23 um 14.48.31

Zudem überzieht SRF als weitere Schutzmassnahme die Mikrofone für jedes Interview mit einer Plastikfolie, die danach entsorgt wird. Damit werde sichergestellt, dass sich das Virus nicht auf den Mikrofonen festsetzt, sagt Wenger. Bei Interviews mit Personen aus der Risikogruppe könnten Hygienemasken zum Einsatz kommen, falls das Social Distancing in der Interviewsituation nicht eingehalten werden könne.

Vier bis sechs TeleZüri-Reporter unterwegs

Auch der Regionalsender TeleZüri hat zurzeit noch vier bis sechs Reporter im Einsatz, wie CH-Media-Sprecher Stephan Heini auf Anfrage von persoenlich.com sagt. Um den empfohlenen Abstand zum Interviewpartner einhalten zu können, seien diese mit Mikrofonstangen unterwegs.

Zudem stehen ihnen laut Heini Desinfektionsmittel und Mundschütze zur Verfügung. Mikrofone, Autos und weiteres Material würden desinfiziert. In der Regie sind Mundschütze Pflicht, dort halten sich so wenig Leute wie möglich auf. Dasselbe gelte für die Maske.

Wie SRF-Reporter in diesen Tagen arbeiten, wird am Donnerstagabend in einem Dok-Film auf SRF 1 veranschaulicht. In «Das Virus und wir» wird zu sehen seien, wie Reporterin Andrea Pfalzgraf selber immer mehr Sicherheitsvorkehrungen treffen muss.



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