28.10.2014

AP

Nachrichtenagentur protestiert gegen Schüsse auf Fotografen

Der Schweizer Lazar Simeonov wurde ebenfalls getroffen.

Ein AP-Fotograf ist bei der Berichterstattung im Westjordanland von israelischen Gummigeschossen getroffen und leicht verletzt worden. Die Nachrichtenagentur kündigte am Dienstag formalen Protest beim israelischen Militär, bei der Polizei und der Regierung in Jerusalem an.

Der Zwischenfall zeige "rücksichtslose Missachtung der Sicherheit von Journalisten, die rechtmässig ihre Arbeit taten", erklärte AP Auslandschef John Daniszewski. AP-Fotograf Majdi Mohammed berichtete, er sei mit mehreren Fotografen im Ort Siluad im Westjordanland im Einsatz gewesen. Es habe keine Aufforderung zum Verlassen des Orts gegeben.

Als er fotografierte, näherte sich nach Worten des Reporters ein Militärfahrzeug von hinten. Ein Grenzpolizist stieg aus und feuerte aus zehn bis 20 Metern Entfernung direkt auf ihn, wie Mohammed sagte. "Der Einschlag war so heftig, dass ich zu Boden stürzte", sagte er. "Der Polizist zielte direkt auf uns, obwohl wir klar erkennbar eine Gruppe Medienleute und obwohl keine Protestierenden in unserer Nähe waren." Eine Schutzweste verhinderte Verletzungen an Mohammeds Oberkörper, doch erlitt er Blutergüsse am Arm.

Schweizer Fotograf verletzt
Ein Schweizer Fotograf wurde ebenfalls getroffen. Lazar Simeonov, der seit 2009 im Nahen Osten tätig ist, wurde am Finger verletzt. Seine Kamera wurde zerstört, wie der mazedonisch-schweizerische Doppelbürger berichtete. Nach den Schüssen hätten sich die Sicherheitskräfte auf kein Gespräch eingelassen.

Er werde bald wieder ins Westjordanland fahren, um über den Konflikt zu berichten, teilte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit. Simeonov beliefert als freier Fotograf nach eigenen Angaben regelmässig den Fernsehsender Al-Dschasira und des öfteren auch die "Neue Zürcher Zeitung".

Der israelische Polizeisprecher Micky Rosenfeld sagte zu den Vorwürfen, die Polizei habe "Hunderte von Krawallmachern auseinandergetrieben". Die Demonstranten hätten Brandsätze, Steine und Betonbrocken auf Sicherheitskräfte geworfen. Warum der Grenzpolizist das Feuer eröffnet habe, sei nicht klar. (sda)

 


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