15.10.2004

Studie

Neue Informationstechnologien schaffen Medien-Stellen

Prekäre Arbeitsbedingungen.

Die neuen Informationstechnologien (ICT) können der ILO zufolge die Nachfrage nach Journalisten, Künstlern und Angestellten im grafischen Bereich vergössern. Negativ auswirken könnten sie sich hingegen auf die Qualität der Arbeit und der Arbeitsbedingungen. Zu diesem Schluss kommt eine am Freitag in Genf veröffentlichte Untersuchung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Durch die Computerisierung würden insgesamt eher Stellen geschaffen als abgebaut, heisst es in dem Bericht. Allerdings gingen derzeit in einigen Sektoren wie der Druckerei viele Stellen verloren. Vor allem in den USA seien auch bei den Fernsehsendern Stellen in der Produktion durch die Informatiksysteme gefährdet.

Journalisten gefragt

Durch die Veränderung der ökonomischen Struktur der Medien, der Kultur und der grafischen Industrie gebe es eine bedeutende Konvergenz und Überschneidung mit anderen Sektoren der ICT-Industrie, erklärte John Myers, Autor des Berichts "The Future of Work and Quality in the Information Society: The Media, Culture and Graphical Sector".

Unter den Berufen, die von den ICT betroffen sind, seien Journalisten weiterhin sehr gefragt. So werde in den USA die Zahl der Autoren und Redaktoren von 2002 bis 2012 um 16 Prozent zunehmen. Bei den Reportern und Korrespondenten werde sie um 6.2 Prozent steigen. Die Zahl der Fotografen werde um 13.6 Prozent zunehmen, jene der Film- und Videomonteure um 26.4 Prozent und jene der Graphiker um 22 Prozent.

2003 gab es in Europa mehr als eine Million Stellen in der Film- und audiovisuellen Produktion. 1995 waren es 850'000. In den USA beschäftigte die Filmindustrie 2002 rund 600'000 Menschen, gegenüber 221'000 im Jahr 1985. Diese Zunahme war unter anderem durch die Special Effects-Technologie bedingt.

Prekäre Arbeitsbedingungen

Für die ILO stellen sich aber Fragen im Hinblick auf die Qualität der Arbeit sowie beispielsweise zum Copyright-Schutz für Autoren und Performer. Bei Journalisten bestehe die Gefahr, dass sie unter einem noch grösseren Zeitdruck arbeiten müssten. Es werde vermehrt unregelmässige Arbeitsrhytmen, befristete und prekäre Arbeitsverträge geben, befürchtet die ILO.


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