Die Tagesauflage der US-Zeitungen sinkt weiter. Im Zeitraum zwischen Oktober 2005 und März 2006 sank die Auflage der über 700 beim Audit Bureau of Circulations registrierten Zeitungen im Durchschnitt um 2,5 Prozent im Vergleichszeitraum zum Vorjahr, berichtet das Wall Street Journal. Die stärksten Verluste haben mittelgrosse Zeitungen zu verzeichnen. Die Branche gibt den neuen Medien, wie Onlinezeitungen und Weblogs, aber auch 24-Stunden-Nachrichtenkanälen, die Schuld an den schwindenden Leserzahlen.
"Zeitungsleser werden älter, sterben aus und werden nicht durch die jungen Leute ersetzt, die eher nicht dazu neigen, Zeitungen zu lesen", begründet Colby Atwood, Experte für die Zeitungsbranche bei Borrell Associates, die Entwicklung. Laut dem US-Zeitungsverband Newspaper Association of America stieg die Nutzung von Onlinezeitungen im ersten Quartal um acht Prozent. Interessant ist auch das Muster, dass sich laut dem Zeitungsverband heraus kristallisiert habe. Die grossen und die kleineren Zeitungen tun sich leichter, ihre Auflagenstärke konstant zu halten, als mittelgrosse Blätter. Auch regional ist ein Gefälle von West nach Ost zu erkennen. Zeitungen haben in grossen Städten einen stärkeren Leserschwund zu beklagen als in Kleinstädten.

