Die Nachfrage nach Video-on-Demand-Angeboten ist gross. Nur wenige Monate nach der Aufschaltung des Newsportals des Schweizer Fernsehens bilden sie bereits eines der wichtigsten Standbeine der SF-Websites. Dies sagt Walter Bachmann, Leiter des SF-Medienzentrums, das mittlerweile rund ein Dutzend Multimediaredaktoren beschäftigt, gegenüber der Netzwoche. Pro Monat verzeichnet das Schweizer Fernsehen 2.2 Millionen Video-on-Demand-Abrufe von jeweils ein paar Minuten Länge. Einziger Wermutstropfen für Bachmann: Die Sehdauer der User könnte länger sein. Dieses Problem werde sich allerdings von alleine lösen, sobald die VoD-Streams den Weg ins Wohnzimmer auf den TV-Bildschirm finden, führt Bachmann aus. IPTV und Settop-Boxen sollen die noch fehlende Ausdauer der VoD-Gucker vergrössern.
Mit der neuen Internet-Plattform spricht das Schweizer Fernsehen vor allem das jüngere Publikum an, wie Zahlen aus dem SRG Forschungsdienst zeigen. "Der typische VoD-Konsument ist relativ jung, um die 30 Jahre. VoD wird zudem vom frühen Nachmittag an bis gegen 16 Uhr konsumiert -- im Büro also", sagt Bachmann. Für ihn ist wichtig, dass SF mit dem VoD-Angebot eine neue Primetime generieren und seine Reichweite erhöhen konnte -- auch wenn damit keine zusätzlichen Werbeeinnahmen generieren werden, da die SRG im Internet auf Werbung verzichtet.
Noch allerdings reicht die Technologie, die das Schweizer-Fernsehen bei ihrem VoD-Angebot verwendet, nicht aus, um einen durchschlagenden Erfolg zu erzielen. "Wir müssen unser Angebot noch vervollständigen und darauf achten, es so einfach nutzbar wie möglich zu halten", sagt Bachmann gegenüber der Netzwoche. In Zukunft will das Schweizer Fernsehen jede eigenproduzierte Sendung als VoD online zur Verfügung stellen. Dabei allerdings stellt sich das Problem, dass Sendungen in hoher Auflösung nur von Usern abgerufen werden dürfen, die die TV-Konzession bezahlen, darüber hinaus ist der Zugriff aus dem Ausland nicht immer erlaubt.

