07.08.2006

BaZ

Neue Runde im Verdrängungskampf

Ausbau des Regionalteils.

Die Basler Zeitung (BaZ) baut ihren Regionalteil aus: Ab 18. August erscheinen ein täglicher Zusatz-Bund und eine wöchentliche Gratis-Grossauflage. Die BaZ kontert damit den Deal der Basellandschaftlichen Zeitung (bz) mit der Mittelland-Zeitung (MZ).

Die BaZ hatte sehr heftig reagiert, als die bz im April bekannt gab, künftig den Mantelteil der MZ zu übernehmen -- die BaZ hätte die einzige regionale Konkurrentin bz allzugerne selber eingebunden. Am Montag hat sie nun die damals angekündigte Reaktion im Blatt sowie per Communiqué skizziert.

Künftig gibt es statt einem zwei BaZ-Regionalbünde: Der eine hat den Fokus auf baselstädtische und gesamtregionale Themen mit Elsass und Südbaden. Der neue Bund berichtet aus dem Baselbiet sowie den angrenzenden Solothurner und Aargauer Bezirken. Neu sollen zudem die separaten Regio-Wirtschafts- und -Sportseiten täglich erscheinen.

Zu hart gespart

Der BaZ-Ausbau ist indes nicht nur Reaktion auf den bz/MZ-Deal, sondern auch Korrektur eines zu rigiden Sparkurses, wie Beat Meyer, CEO der Basler Zeitung Medien, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte. Seit dem BaZ-Relaunch vor zwei Jahren habe man die regionale Berichterstattung "ein wenig vernachlässigt".

Die BaZ greift die bz aber nicht nur mit mehr Inhalt aus deren Kerngebiet an, sondern lanciert dort auch eine Grossauflage. Neben weiterhin rund 98'600 verkauften Exemplaren werden freitags 90'000 bis ins Oberbaselbiet gratis gestreut -- ohne Kulturmagazin. Die bz verschenkt schon länger mittwochs 58'000 Exemplare neben den 23'500 verkauften.

Für die Offensive hat die BaZ rund zehn neue Stellen geschaffen. Sechs davon verstärken die Baselland-Redaktion in Liestal. So kommt die Regionalredaktion auf neu 30 Festangestellte, die ganze BaZ auf rund hundert. Überdies will die BaZ für neue Werbeaufträge, welche die Grossauflage generieren soll, in Liestal ein Büro aufmachen.

Für bz-Verleger Mathis Lüdin bedeuten die BaZ-Pläne "keinen Handlungsbedarf", wie er der SDA sagte. Der personelle Ausbau kompensiere nicht einmal den Abbau der letzten Jahre. Dass die BaZ ihm zwei Leute abgeworben hat, trage er mit Fassung. Er wolle mit seinem MZ-Deal nicht Auflage bolzen, sondern seine Kunden halten.

BaZ stellt bz weiter früh zu

Die Zukunft des gemeinsamen Stellenanzeigers "Stellefant" von BaZ und bz ist noch offen. Den bis November gültigen Vertrag von 2004 will Meyer einhalten; über eine Verlängerung sei noch nicht entschieden. Lüdin macht sich dazu wenig Hoffnungen und will mit der MZ etwas ähnliches aufbauen. Kein Thema ist hingegen eine Kündigung der seit 2002 laufenden Frühzustellung der bz durch die BaZ-Verträgerfirma.

Der Ausbau der BaZ-Berichterstattung aus der weiteren Region betrifft auch das aargauische Fricktal, Einzugsgebiet des MZ-Titels "Aargauer-Zeitung" (AZ). Die BaZ ist dort seit 2005 mit der "Neuen Fricktaler Zeitung" verbunden; für die "nächsten Wochen" stellt Meyer dazu Details zu einer "neuen Kooperation" in Aussicht.


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