04.07.2023

Cyberangriff

NZZ und CH Media lassen Betroffene im Dunkeln

Im Darknet sind sensible Informationen publiziert worden. Betroffene Mitarbeitende erfahren nichts davon.

Nach der Cyberattacke auf die IT-Infrastruktur von NZZ und CH Media verharmlosen die Unternehmen das Ausmass des Datendiebstahls, wie die Republik berichtet. Die Hackergruppe Play erbeutete 530 Gigabyte Daten. Anfang Mai wurden Unternehmensdaten von CH Media im Darknet veröffentlicht (persoenlich.com berichtete). Einige Tage später landeten auch NZZ-Interna dort.

Unter den geleakten Dateien sind laut Republik «nicht nur die Lohnausweise, Sozialversicherungsnummern, Bankkontoinformationen, Pensionskassenguthaben sowie die Postadressen von aktuellen Mitarbeitern, sondern auch diejenigen von vielen ehemaligen NZZ-Angestellten». Obwohl die Daten seit zwei Monaten im Darknet einsehbar sind, seien die ehemaligen Mitarbeitenden nie informiert worden. Der eidgenössische Datenschutzbeauftragte Adrian Lobsiger soll bei der NZZ entsprechend Druck ausüben.

CH Media versicherte, auch ehemalige Mitarbeitende informiert zu haben. Nachfragen der Republik bei Betroffenen würden jedoch das Gegenteil zeigen.

Heikel ist zudem, dass bei den im Darknet veröffentlichten Dokumenten auch arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen mit Angestellten und Kadermitgliedern zu finden sind – «sowie E-Mail-Verläufe mit wüsten Beschimpfungen», so die Republik. Dies seien alles Informationen für potenzielle Erpressungen. (cbe)


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