Drei Gold-Trophäen gibt es beim diesjährigen Grimme-Preis. Mit dieser höchsten Stufe werden die Fernsehfilme "Polizeiruf 110: Der scharlachrote Engel" (ARD/BR) von Dominik Graf, "Hierankl" (BR/ARTE/SWR) von Hans Steinbichler und "Marias letzte Reise" (ARD/BR) von Rainer Kaufmann ausgezeichnet. Dies zeige, so Grimme-Direktor Uwe Kammann, dass 2005 tatsächlich nicht nur ein starkes, sondern ein herausragendes Fernsehjahr gewesen sei. Dies gelte vor allem für den Bereich der Fiktion.
Für den Autor und Regisseur Dominik Graf ist dies bereits der fünfte Grimme-Preis. Der Regisseur Andreas Kleinert, dessen Film "Kleine Frau" aus der Reihe "Polizeiruf 110" einen Preis bekommt, erhält damit die vierte Auszeichnung. Bei den Fernsehfilmen ging ein weiterer Preis an die ZDF-Produktion "Die Nachrichten" von Matti Geschonneck, bei den Serien erhielt "Stromberg" (ProSieben) den Preis.
Während ProSieben sich als einziger privater Sender über die Auszeichnung für "Stromberg" freuen kann, gehen die übrigen 13 Grimme-Preise an öffentlich-rechtliche Sender. Auf die Position des Spitzenreiters -- ARTE mit fünf preisgekrönten Produktionen -- folgen ARD und ZDF mit je vier Beiträgen. Der Bayerische Rundfunk (BR) ist bei allen drei Grimme-Preis-Entscheidungen mit Gold als Sender vertreten. WDR, SWR und rbb sind bei jeweils zwei ausgezeichneten Produktionen beteiligt.
Auch in den Diskussionen und Entscheidungen der Jurys, so Grimme-Direktor Kammann in einer generellen Einschätzung des Fernsehjahres, habe sich der Befund aus den Nominierungsrunden bestätigt. Danach habe es eine Vielzahl von starken, zum Teil glänzenden Sendungen gegeben. Und dies bei einer grossen Vielfalt, was Themen, Genres und Handschriften angehe. "Speziell die Fiktion steht auf einem sehr hohen Niveau, das auch international seinesgleichen sucht", so Kammann. Ein Dauermangel sei allerdings wieder zu beklagen: das Fehlen von brillanten, intelligenten und amüsanten Unterhaltungssendungen.
Besondere Ehrung für Elke Heidenreich
Die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes geht in diesem Jahr an die Drehbuchautorin, Moderatorin, Schriftstellerin und Kolumnistin Elke Heidenreich. Das hatte Ulrich Aengenvoort, Direktor des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, bereits Ende Januar in Marl bekannt gegeben.Den "Kultur"-Sonderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen erhält Artem Demenok für Buch und Regie des Films "Welthauptstadt Germania" (ARTE/rbb/SWR). NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff wird diesen Preis überreichen.
Erstmals vergibt der Grimme-Preis-Sponsor Mercedes-Benz in diesem Jahr ein Förderstipendium für ein Nachwuchstalent. Eine eigene Jury, die sich aus Juroren der Wettbewerbskontingente zusammensetzte, entschied sich für den 28-jährigen Autor und Regisseur Alejandro Cardenas-A., dessen Film "Alias Alejandro" (ZDF) unter den Nominierungen war. Der Stipendiat erhält für sein nächstes Projekt Sachleistungen im Wert von 10'000 Euro.
Der 42. Adolf-Grimme-Preis wird am 31. März im Theater der Stadt Marl verliehen. Die Preisverleihung wird zum dritten Mal ovn Bettina Böttinger moderiert.

