Falls es nach dem Konzessions-Entscheid für Radio Energy eine Schonfrist gab, ist diese nun endgültig vorbei. Radio 105 und Radio Monte Carlo von Giuseppe Scaglione versuchen in der "20 Minuten"-Ausgabe vom Freitag, 7. November 2008, mit Inseraten sowohl die Hörer als auch die Mitarbeiter von Radio Energy Zürich abzuwerben. Pikant auch noch, dass die Inserate in einem Medium erscheinen, das zum Tamedia-Konzern gehört -- dem Mutterhaus von Radio 24, das die Konzession ebenfalls erhalten hat.
"Liebe Radio Energy Hörer, ihr müsst nicht traurig sein. Wenn Energy nächstes Jahr die Konzession verliert, startet auf UKW das neue Jugendradio von Zürich: Radio 105." So versucht Radio 105 im Inserat an die Hörer von Energy heranzukommen. Eine Alternative will Giuseppe Scaglione aber nicht nur den Hörern bieten, sondern auch den Mitarbeitern von Energy. "Liebe Radio Energy Mitarbeiter, auch ihr müsst nicht traurig sein. Es gehen für Euch neue Türen auf." In einem weiteren Inserat von Radio Monte Carlo wird das Energy-Team dazu ermuntert, den Sender zu wechseln, und sich jetzt beim neu konzessionierten Radio zu bewerben.
Tatsächlich stellt sich die Frage, wie Energy auf Dauer seinen jetzigen Sendebetrieb auch während der Rekursphase auf diesem Nieveau weiterbetreiben will. Die Mitarbeiter werden sich wohl -- nicht nur aufgrund der aktuellen Inserate von 105/RMC -- schon jetzt gut überlegen, ob sie neue Stellen annehmen wollen. Schliesslich ist die Zukunft des Senders ungewiss. Und aus dem gleichen Grund dürfte es für Energy auch schwierig sein, Abgänge gleichwertig ersetzen zu können.
Die Frage nach der Personalproblematik hat "persoenlich.com" auch Ringier gestellt. Dort wollte man sich zum Thema Energy allerdings nicht mehr äussern, wie Mediensprecher Stefan Hackh ausrichten liess. Anscheinend zieht man es vor, nur noch in den Hauseigenen Zeitungen der "Blick"-Gruppe über den "Energy-Skandal" zu berichten.


