Der Presserat hat gestern bekannt gegeben, dass er die Beschwerden gegen 20 Minuten und die Freiburger Nachrichten gutheisst("persoenlich.com" berichtete). Beide Zeitungen hatten den Begriff "Schwarzafrikaner" in ihrer Berichterstattung benutzt. Die unnötige pauschalisierende Zusammenfassung von Angeschuldigten sei geeignet, Vorurteile gegen dunkelhäutige Menschen zu fördern, befand das Gremium. Die NZZ hält dieses Urteil für übertrieben. Medienautor Rainer Stadler hält fest: "Damit kapituliert der Presserat vor den Wächtern über die politische Korrektheit. Und er widerspricht sich selber." Der Presserat verlange nämlich, dass die Medienschaffenden über die Kriminalität möglichst differenziert berichten. "Schwarzafrikaner" sei jedoch im Vergleich zu "Afrikaner" die differenziertere Bezeichnung, so Stadler. Sie schliesse nämlich jene Bevölkerungsgruppen nördlich der Sahara aus.
03.05.2006
NZZ
Presseratsentscheid gerügt
Übertriebene politische Korrektheit des Selbstkontrollorgans.
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