27.04.2023

Radio Zürisee

Privatsender schenkt sich neuen Auftritt

Neuer Claim, neue Morgenshow, neues Logo: Das Privatradio aus Rapperswil unterzieht sich einem umfassenden Refresh. Der Musikanteil wird ab 1. Mai erhöht und der Wortanteil reduziert. Dies hat Auswirkungen auf den Personalbestand.
Radio Zürisee: Privatsender schenkt sich neuen Auftritt
Das neue Logo von Radio Zürisee wurde am Mittwoch montiert. Links im Bild ist die Radioloft, rechts das Sendestudio. (Bilder: Radio Zürisee)

Noch bevor Radio Zürisee am 1. November 40 Jahre alt wird, schenkt sich der Rapperswiler Sender ein umfangreiches Rebranding. Dieses umfasst ein neues Logo, die akustische Verpackung auf dem Sender samt neuem Claim sowie eine neue Morgenshow. «Radio Zürisee startet musikalisch geschärfter, inhaltlich fokussierter und mit einem aufgefrischten optischen Auftritt in den Mai», heisst es in einer Mitteilung, die persoenlich.com exklusiv vorab vorliegt. In Kraft treten die Veränderungen auf dem Sender am Montag, 1. Mai. Bis dahin wird das akustische Redesign unter Verschluss gehalten.

Radio Zürisee hat seit 1. Januar mit Fabian Villiger einen neuen Besitzer (persoenlich.com berichtete). Die nun in Kraft tretenden Änderungen hätten aber nichts mit dem Übergang der Aktienmehrheit von der Zürichsee Medien AG an die Fabian Villiger Management GmbH zu tun, heisst es. «Unser Prozess wurde bereits Ende 2021 – also fast ein Jahr vor dem Eignerwechsel – gestartet und die Entscheidungen dazu wurden im letzten Sommer getroffen», so Matthias Kost, Geschäftsleiter von Radio Zürisee, auf Anfrage. Seit letztem Sommer hätten bereits laufend kleinere Anpassungen stattgefunden. «Der grosse Wurf war aber schon immer für das Frühjahr 2023 geplant.»

Morgenshow wird personifizierter

Für Hörerinnen und Hörer wird der Wandel vor allem hörbar sein. Nicht nur wird die Verpackung mit neuen Jingles und Claims aufgefrischt. Auch die Morgenshow soll mehr Gewicht erhalten. Von Montag bis Donnerstag wird diese alternierend präsentiert von den bisherigen Moderatoren Isabelle Meier und Mario Steiner. «Der Unterschied zu früher ist, dass man nun primär auf diese beiden setzt in der Morgenshow», erklärt Kost. Martin Diener und Giulia Staub ergänzen das Morgenshow-Team. Aktiver eingebunden wird das Redaktionsteam. «Damit will der Seesender noch näher bei seinem Publikum sein, was strategisch bereits Ende 2019 mit den neuen Studioräumlichkeiten und der einzigartigen und einmaligen Radioloft in Rapperswil eingeläutet wurde», heisst es dazu in der Mitteilung.

Optisch wohl am auffälligsten ist das neue Logo von Radio Zürisee. Beim neuen Corporate Design wurde der Seesender unterstützt durch die Rapperswiler Werbeagentur Onflow, die das neue Erscheinungsbild entwickelte. «Das grafische Element im neuen Logo ist eine moderne Weiterentwicklung des bestehenden Logos und schafft damit auch Wiedererkennbarkeit», so Kost. Neu ist auch der Claim: «So tönt Abwechslung». Dieser entstand in Zusammenarbeit mit Christoph Hess von Rentahess. Der alte Claim «Immer 5 Minuten besser» ist bereits 25 Jahre alt. Dieser wird künftig nur noch im Newsumfeld zum Einsatz kommen. Und die News werden auch künftig statt zur vollen Stunde immer um xx.55 Uhr ausgestrahlt.

Apropos News: Diese werden ab Montag nicht mehr auf Hochdeutsch verlesen, sondern in Mundart – so wie es bisher bei den Regionalnachrichten bereits der Fall war. Auch damit werde die Nähe zur Hörerin oder zum Hörer unterstrichen, heisst es in der Mitteilung.

Mehr Musik, weniger Worte

Grundlage für das Rebranding seien eine breit angelegte Marktstudie und eine interne Programmanalyse während der letzten 18 Monate. Aufgrund dieser Resultate werde nun auch das Musikprogramm überarbeitet – «in der bewährten Breite über die letzten vier Jahrzehnte, maximal geschärft und mit Fokus auf die 80er- und 90er-Jahre sowie das Beste bis heute», wie es Radio Zürisee selber beschreibt. Der Musik werde «noch mehr Gewicht eingeräumt», der Musikanteil «hörbar erweitert». Das heisst im Gegenzug aber auch: Der Wortanteil wird geringer. Ist damit also ein Stellenabbau verbunden?

«Es sind sicher ein paar Prozente, die da verloren gehen», so Matthias Kost auf Anfrage. «Mit dem generellen Medienwandel und unserer Strategie, die auch vermehrt Online und Events abdeckt, gab es in den letzten Jahren und Monaten immer wieder Verschiebungen innerhalb der verschiedenen Aufgabenbereiche und Themenfelder.» In der Tendenz und über alles hätten die Stellenprozente in den letzten Jahren abgenommen. Der Veränderungsprozess sei nicht wirtschaftlich getrieben. «Entsprechend gab es auch keine Entlassungen und wird auch keine geben», so Kost. Allfällige personelle Anpassungen würden über die normale Fluktuation gelöst.

Programmleiter Tony Immer tritt kürzer

persoenlich.com weiss von mehreren Abgängen in jüngster Zeit, die sowohl Redaktion als auch Moderation betrafen. Einen Zusammenhang mit der Programmanpassung sieht Geschäftsleiter Kost nicht. «Jede personelle Veränderung in einem Unternehmen hat eine eigene Geschichte.» Die wohl prominenteste Personalie bei Radio Zürisee: Tony Immer, seit 2007 Programmleiter und zuvor seit 2002 Chefredaktor, gibt seine Funktion ab. «Tony Immer hat aus persönlichen Gründen gewünscht, künftig kürzer zu treten – da er den bisherigen Job in dieser Form mit seiner Sehkraft nicht mehr ausüben kann», sagt Kost. «Umso mehr freut es mich, dass uns Tony Immer weiterhin als Manager Qualitätssicherung erhalten bleibt, und wir weiterhin auf sein grosses Radio-Know-how zählen können.»

Radio Zürisee ist das grösste Schweizer Privatradio, das weder zur CH-Media- oder zur Energy-Gruppe gehört. Gemäss der aktuellen Hörerstudie von Mediapulse (2. Halbjahr 2022) erreichte der Sender täglich im Schnitt 160'000 Hörerinnen und Hörer (Montag bis Sonntag, Deutschschweiz, ab 15 Jahren). Im Grossraum Zürich ist der Sender laut Mitteilung Marktleader (Konzessionsgebiet 23, Zürich-Glarus, Mediapulse Radiopanel, Marktanteil, Deutschschweiz).


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KOMMENTARE

Brigitte Sorento
28.04.2023 11:54 Uhr
Schade um das bisherige Logo welches mit den geschwungenen Linien die Wellen des Zürichsee wiederspiegelte!
Victor Brunner
27.04.2023 12:20 Uhr
Radio Zürisee macht einen guten Job. Leider trifft das für die Zürichsee-Zeitung nicht mehr zu. Um über eine Gemeindeversammlung zu berichten muss schon ein Blocher anwesend sein der gegen ein Geschäft stimmt. Radio Zürisee beweist, Unabhängigkeit ist Voraussetzung für journalistische Freiheit und Kreativität!
Beatrice Goetz
27.04.2023 09:35 Uhr
Sehr geehrte SachbearbeiterInnen, gerne nehme ich die Nachrichten und Neuigkeiten über die Menschen und Unternehmungen in dieser übers Radio Zuerisee und weitere Informationen betreffend Medien&Kulturleben rund um die Gegend Zuerichsee bis romanische, lateinische Schweiz in Mundart, Französisch, Italienisch, Romanisch, Englisch und Hochdeutsch auf.In dieser Gegend bin ich aufgewachsen und wohne noch heute hier in diesem Lebens- und Kulturraum in der Hoffnung, dass Medienarbeit auch in Zukunft dazu beitragen kann, diese lebenswerte Gegend und unsere Identität qualitativ zu erhalten. Herzlichen Dank fürs Entgegenkommen. Freundliche Grüsse Beatrice Goetz
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