In der Türkei hat am Mittwoch der Prozess gegen eine niederländische Journalistin begonnen. Ihr wird Verbreitung von Terror-Propaganda vorgeworfen. Sie hoffe auf Freispruch, teilte die Korrespondentin Frederike Geerdink per Twitter aus dem Gericht im südostanatolischen Diyarbakir mit. Die Staatsanwaltschaft hatte Geerdink vorgeworfen, Propaganda für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) betrieben zu haben.
Gleich zu Beginn des Verfahrens habe aber die Anklage selbst auf Freispruch plädiert, erklärte Geerdink. Ihren Angaben zufolge sei keine Entscheidung verkündet worden, da der zuständige Richter bei der Verhandlung nicht anwesend war. Die Niederländerin, die in Diyarbakir arbeitet, war im Januar von der dortigen Anti-Terror-Polizei vorübergehend festgenommen und verhört worden. Sie soll PKK-freundliche Botschaften und Embleme der Kurdenrebellen wie deren Fahne über soziale Netzwerke verbreitet haben. Die Festnahme der Journalistin löste internationale Proteste aus.
Kritiker werfen der islamisch-konservativen Regierung in Ankara vor, Journalisten unter Druck zu setzen und die Pressefreiheit immer weiter einzuschränken. Nach einer Zählung des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) in New York waren 2012 und 2013 in der Türkei mehr Journalisten inhaftiert als in jedem anderen Land der Welt. Ausländische Reporter werden jedoch nur relativ selten von den Behörden bedrängt. (sda)

