24.10.2008

"Tag und Nacht"

Qualitätsanspruch trotz Kinderkrankheiten erfüllt

Publikumsrat empfiehlt anderen Sendeplatz.

Mit den Einschaltquoten der neuen Soap "Tag und Nacht" ist man beim Schweizer Fernsehen noch nicht zufrieden, der Publikumsrat bescheinigt der Serie aber eine gesunde Grundkonstitution. Sie vermöge Qualitätskriterien wie Publikumsnähe, Emotionalität und zeitgemässe Inhalte zu erfüllen. Allerdings wurden auch einige Kinderkrankheiten wie zu hohes Tempo oder Mängel bei Figuren und Patientengeschichten ausgemacht, die es zu kurieren gebe.

Als innovativ, publikumsnah und zeitgemäss beurteilt der Publikumsrat die neue eigenproduzierte Serie des Schweizer Fernsehens in einer Mitteilung. Mit dem starken Bezug zur Schweiz biete sich für "Tag und Nacht" die Chance, ein Gegengewicht zu den amerikanischen Ärzteserien zu setzen. Interessant und serientauglich sei die Idee, den Mikrokosmos eines grossen Bahnhofs als Schauplatz für Geschichten zu benutzen.

Figuren nicht alle plausibel

Die Figuren der Serie sind nach Meinung des Rates vielschichtig konzipiert und bieten interessante Konstellationen und Entwicklungsmöglichkeiten. Allerdings empfindet er nicht alle gleichermassen plausibel. Einige beurteilt er als zu stark klischiert oder gar karikiert. Auch die Patientengeschichten vermögen noch nicht alle Ratsmitglieder zu befriedigen.

Die Filmsprache, insbesondere die Kameraführung mit den unterschiedlichen Perspektiven, finden beim Publikumsrat Gefallen. Damit unterscheide sich "Tag und Nacht" positiv von den Vorgängerserien. Das hohe Tempo mit den vielen Szenen und den raschen Schnitten sei allerdings gewöhnungsbedürftig und stelle für bestimmte Publikumssegmente eine Überforderung dar. Hier nach Ansicht des Rates eine Entschleunigung das Sehvergnügen erhöhen.

Anderen Sendeplatz empfohlen

Der Publikumsrat empfiehlt den Verantwortlichen ausserdem, die Möglichkeit einer Verschiebung auf einen andern Sendeplatz zu prüfen. Ob die weiteren Folgen zu berühren und zu unterhalten vermögen, dürfte nach Meinung einer Ratsmehrheit von einer interessanten Entwicklung der Charaktere, von unerwarteten Wendungen der Handlung und von realistischeren Patientengeschichten abhängen. Zudem würden einige Ratsmitglieder eine vermehrte Auslagerung der Szenen auf Schauplätze ausserhalb der Permanence begrüssen.


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen