Die Kritik am Sender-Abbau im analogen Cablecom-Netz zeigt Wirkung: Rai Uno und France 2 sollen nach dem Willen von Medienminister Moritz Leuenberger nun doch im Angebot bleiben. Das teilte sein Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) am Freitag mit. Der Bundesrat kann in der Radio- und Fernsehverordnung (RTVV) den Kabelnetzbetreibern vorschreiben, welche ausländischen Fernsehsender sie verbreiten müssen.
Leuenberger will, dass zu diesem Pflichtangebot die ersten Programme der öffentlich-rechtlichen Anstalten der Nachbarländer gehören - also auch Rai Uno und France 2. Cablecom wollte beide Sender im Lauf des Jahres in der Deutschschweiz aus dem analogen Angebot nehmen. Das wird nicht möglich sein, wenn der Gesamtbundesrat den Plänen Leuenbergers folgt. Der Medienminister kann aber nicht verhindern, dass Cablecom wie angekündigt die Sender TF1 und Canale 5 streicht -- beides sind Privatsender, und hier können die Kabelnetzbetreiber in Eigenregie entscheiden, was sie anbieten.
Auch Frankreich will sich offenbar für seine Landsleute und die französisch-sprachigen Schweizer einsetzen. Sylvain Guetaz, Sprecher der französischen Botschaft in Bern, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA eine entsprechende Meldung in der Tageszeitung "La Liberté". Botschafter Jean-Didier Roisin werde in den kommenden Tagen mit Cablecom das Thema erörtern, sagte Guetaz. Thema wird TF1 sein, der als Privatsender vom Verschwinden bedroht ist.

