17.04.2019

Axel Springer

Ralph Büchi wird Aufsichtsratsvorsitzender

Der Ringier-COO und CEO von Ringier Axel Springer Schweiz ist als Nachfolger von Giuseppe Vita gewählt worden. Zudem will sich der Medien- und Technologiekonzern von der Marketing-Sparte trennen.
Axel Springer: Ralph Büchi wird Aufsichtsratsvorsitzender
Wurde zum Aufsichtsratsvorsitzender von Axel Springer in Deutschland gewählt: Ralph Büchi. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

An der Spitze des Kontrollgremiums löst der Medienmanager und frühere Springer-Vorstand Ralph Büchi den Aufsichtsratschef Giuseppe Vita ab. Der 83-jährige Italiener war seit 2001 Mitglied im Aufsichtsrat und seit 2002 dessen Vorsitzender.

Die Aktionäre von Axel Springer haben am Mittwoch den neunköpfigen Aufsichtsrat neu gewählt. In seiner konstituierenden Sitzung wählte anschliessend das Gremium Büchi zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates. Letzten November wurde bekannt, dass Büchi für dieses Amt vorgeschlagen wurde (persoenlich.com berichtete).

Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Vita verlässt nach drei Amtsperioden mit Ablauf der Hauptversammlung das Gremium. Seit 2001 hat er Axel Springer im Aufsichtsrat begleitet, seit 2002 als Vorsitzender. «18 Jahre enge Zusammenarbeit mit Giuseppe Vita im Aufsichtsrat. Das war eine produktive, angenehme und schöne Zeit», wird die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende in der Mitteilung zitiert. «Auf die Zusammenarbeit mit Ralph Büchi als neuem Aufsichtsratsvorsitzenden und Ulrich Plett freue ich mich sehr.» Als besondere Würdigung seines langjährigen Einsatzes wurde Vita zudem zum Ehrenvorsitzenden von Axel Springer ernannt.

Umsatz erhöht

Im Geschäftsjahr 2018 erhöhte Axel Springer den Konzernumsatz um 4,1 Prozent auf rund 3,1 Milliarden Euro. Das bereinigte Konzern-Ebitda verbesserte sich um 14,3 Prozent auf 737,9 Millionen Euro. Auch die bereinigte Ebitda-Rendite übertraf mit 23,2 Prozent den Vorjahrswert (21,1 Prozent). Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 2.73 Euro um 5,1 Prozent über dem Vorjahreswert von 2.60 Euro. Axel Springer zahlt ihren Aktionären für das Geschäftsjahr 2018 eine um 0.10 Euro erhöhte Dividende von 2.10 Euro je dividendenberechtigter Stückaktie. Das hat die Hauptversammlung in Berlin beschlossen.

Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer, Mathias Döpfner, sagte in seiner Rede vor den Aktionären: «2018 war wieder ein gutes Jahr für Axel Springer, in dem wir alle unsere strategischen Ziele erreicht haben. Mit einer erneut gestiegenen Dividende profitieren auch in diesem Jahr unsere Aktionäre wieder vom Erfolg des Unternehmens.»

Mehr digitaler Journalismus

Axel Springer setzt derweil noch stärker auf digitalen Journalismus und digitale Kleinanzeigen. Beide Sparten seien die Zukunft des Konzerns, sagte Springer-Chef Mathias Döpfner am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin.

«Wir wollen Weltmarktführer werden auf zwei Feldern.» Vom Bereich Marketing Media trenne man sich mittel- bis langfristig. Dazu gehören Geschäftsmodelle, die vor allem durch zahlende Anzeigenkunden refinanziert werden. «Es geht nicht um einen radikalen Strategiewechsel.»

Springers digitales Geschäft steuert 71 Prozent zum Umsatz bei und 84 Prozent zum Gewinn. Vor allem in Job-, Immobilien- und Autoportale will der Konzern 2019 einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag investieren. Der Herausgeber von «Bild» und «Welt» hält sich jedoch bedeckt zum Interesse am Kleinanzeigen-Geschäft von Ebay. Dazu könne er sich nicht äussern, sagte der zuständige Vorstand Andreas Wiele.

Mit Blick auf die Vermarktungsangebote (Marketing Media) verwies Döpfner darauf, dass man sich bereits von der Aufeminin-Gruppe getrennt habe. Die Preisvergleichsportale Idealo und Ladenzeile.de seien dank Direktkaufmöglichkeiten erfolgreich ins Jahr gestartet. Die Plattformen sollen künftig stärker mit digitalen journalistischen Angeboten kooperieren. Wenn dort ein Produkt oder eine Dienstleistung in einem Text genannt werde, solle es einen Link zu Idealo geben. Für das Verbraucherportal Bonial (Kaufda) werde man «eine Lösung» finden, so Döpfner.

Zudem gibt sich der Konzern ein neues Corporate Design und stellt Freiheit als Markenkern in den Fokus. (pd/sda/dpa/cbe)



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