10.02.2019

Annabelle

Redaktorin kritisiert «Zimmi» scharf

Kurt W. Zimmermann hat sich in der «Weltwoche» zum Stellenbau geäussert. Kerstin Hasse schiesst zurück.
Annabelle: Redaktorin kritisiert «Zimmi» scharf
Schrieb einen scharfzüngigen offenen Brief an Kurt W. Zimmermann: «Annabelle»-Redaktorin Kerstin Hasse. (Bild: Diana Pfammatter)

Nach der Ankündigung von Tamedia, dass eine Anpassung des Redaktionsmodells bei der «Annabelle» 14 Kündigungen zur Folge hat, ist in der «Weltwoche» ein Kommentar von Noch-«Schweizer Journalist»-Chefredaktor Kurt W. Zimmermann erschienen (Artikel kostenpflichtig).

«Sie schreiben ‹Die Party ist vorbei› und bis jetzt weiss ich nicht, was dieser Titel mit dem Abbau von 14 Stellen in der grössten Frauenzeitschrift der Schweiz zu tun hat», beginnt Kerstin Hasse, Redaktorin bei der «Annabelle», ihren offenen Brief als Gastkommentar auf dem Blog «Fadegrad».

Zimmermann schrieb in der aktuellen Ausgabe der «Weltwoche» über die «Annabelle» weiter: «Nun holt der Zeitgeist sie ein. Denn Frauenzeitschriften haben etwas Anachronistisches. Im Grunde sind sie von gestern.» Hasse entgegnet, sie fürchte, Zimmermanns Zeitgeist sei «echt aus der Zeit gefallen». Und dann holt die 28-Jährige richtig aus: «Sie schreiben, der Mann von Welt ist weggestorben. Also der Mann, der ‹Playboy› liest und in der ‹Maxim› blättert, der an Hotelbars rumhängt und Frauen nachpfeift? Aber wenn dieser Mann nicht mehr existiert, warum dürfen Sie noch publizieren? Warum gibt es die ‹Weltwoche› noch?»

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Zimmermanns Weltbild sei irgendwo in den 50ern hängen geblieben, als die Rollenverteilung unter den Geschlechtern noch so schwarz-weiss war wie das Fernsehbild. «Jetzt hängen überall Regenbogen rum und Sie wissen nicht, was Sie damit anfangen sollen. Das muss schwierig sein», so Hasse. Sie lädt in ihrem Gastkommentar Zimmermann zu einem Kaffee oder auf ein Bier ein. «Ich bin die elegante Dame in der Ecke, die in der ‹Annabelle› blättert. Und keine Angst: Die Rechnung geht auf mich.» (cbe)

 

 



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Kommentare

  • Robert Weingart , 08.02.2019 20:19 Uhr
    Genau, Zimmermann ist aus der Zeit gefallen. Brin Schweizer Journalisten hat er bewiesen, was er offenbar nicht kann. Bei der Weltwoche ist er bestens aufgehoben.
  • Sebastian Renold, 10.02.2019 09:08 Uhr
    "Die Axt im Haus erspart den Zimmermann." (Schiller: "Wilhelm Tell")

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