Das US-Justizministerium setzt bei der milliardenschweren Übernahme des Medienkonzerns Time Warner durch den Telekomkonzern AT&T den Fuss in die Tür. Mit einer Klage will es den Deal verhindern. Dies geht aus am Montag vorliegenden Gerichtunterlagen hervor. AT&T-Justiziar David McAtee erklärte, ein solches Vorhaben werde vor einem Bundesgericht scheitern. Es gebe keinen legitimen Grund dafür, dass die Übernahme anders behandelt werde als andere vertikale Fusionen. Bisher seien Fusionen von Unternehmen, die keine direkten Konkurrenten seien, routinemässig genehmigt worden.
Im Oktober hatte AT&T ein Vereinbarung erzielt, den Medienkonzern für 85,4 Milliarden Dollar zu übernehmen. Zu Time Warner gehören unter anderem der Sender HBO, die Filmstudios Warner Bros und der Nachrichtensender CNN. AT&T will sich mit der Übernahme unabhängiger vom Mobilfunkgeschäft machen, wo kleinere Rivalen wie die Telekom-Tochter T-Mobile und Sprint Druck ausüben.
Trump gegen den Deal
Das Justizministerium befürchtet Insidern zufolge, dass Konkurrenten nach einer Fusion höhere Kosten für Inhalte zahlen müssten. Deshalb habe es AT&T empfohlen, das CNN-Mutterunternehmen oder der Satellitensparte DirecTV zu verkaufen. Zudem könnte der Deal Innovationen blockieren. AT&T hatte erklärt, es sei nicht bereit für eine Genehmigung der Behörden CNN zu verkaufen.
US-Präsident Donald Trump fühlt sich vom TV-Sender CNN des Time-Warner-Konzerns unfair behandelt. Er hatte im Wahlkampf angekündigt, unter seiner Präsidentschaft werde das Justizministerium das Geschäft blockieren. Er befürchtet eine zu grosse Machtfülle für AT&T - eine Kritik, die auch manche Verbraucherschützer vorbringen.
An der Wall Street sorgten die Neuigkeiten schon vor der offiziellen Verkündung für Sorgenfalten bei Aktionären von Time Warner. Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise über die Klage berichtet. So gingen Time-Warner-Anteilscheine 1,1 Prozent tiefer aus dem Handel. AT&T-Papiere legten hingegen um 0,4 Prozent zu. (sda/reu/dpa/wid)

