Am Dienstag haben die Zürichsee Zeitung, der Zürcher Oberländer und der Zürcher Unterländer an eine Pressekonferen das Resultat der redaktionellen Kooperation, vorgestellt. Ab sofort produziert die Mantelredaktion der "Zürcher Landzeitung" die Seiten der Ressorts "Zürich", "Inland", "Ausland", "Wirtschaft", "Kultur" und die "letzte Seite".
Die regionalen Seiten sowie das Ressort "Sport" werden hingegegen weiterhin in den Regional-Redaktionen in Stäfa, Wetzikon und Dielsdorf betreut und bleiben damit in der alleinigen Verantwortung der einzelnen Zeitungsverlage. Ebenfalls behalten die einzelnen Zeitungen ihren bisherigen Namen bei. Der Zusatz "Zürcher Landzeitung" wird jeweils in einem Schriftzug unterhalb des ursprünglichen Namens beigefügt.

Das neue Redaktionsteam der Zürcher Landzeitung ist in Stäfa stationiert und setzt sich aus Mitarbeitern aller drei bisherigen Zeitungen zusammen. So fanden Redaktoren der Zürichsee-Zeitung, des Zürcher Oberländers und des Zürcher Unterländers Unterschlupf bei der neuen Mantelzeitung. Redaktionsleiter ist Michael Schoenenberger, der seit Januar 2005 stellvertretender Chefredaktor der Zürichsee-Zeitung war. (Bild)
Die neue Zürcher Landzeitung ist als Aktiengesellschaft unter dem Namen "Zürich Land Medien AG" organisiert. Die drei Kooperationspartner sind darin je zu einem Drittel beteiligt. Die Chefredaktoren der einzelnen Zeitungsverlage sind Mitglieder des Verwaltungsrats-Ausschusses und können als solche die publizistischen Leitplanken der neuen Mantelzeitung festlegen. Im Tagesgeschäft arbeitet das Redaktionsteam der "Zürcher Landzeitung" aber weitgehend autonom.
Diverse Stellen gestrichen
Im Zuge der Umstrukturierung bei den einzelnen Redaktionen, mussten verschiedentlich Stellen gestrichen werden. Beim Zürcher Oberländer waren es deren drei, die allerdings durch Pensionierungen gelöst werden konnten. Dieser "elegante" Weg blieb den beiden anderen Partnern verwehrt: Bei der Zürichsee-Zeitung mussten zwei Stellen gestrichen werden und auch der Zürcher Unterländer fand für zwei Teilzeit-Mitarbeiter keine Verwendung mehr.
Ebenfalls gab es bereits im Vorfeld diverse Wechsel zu den Regionalredaktionen der neuen Tagesanzeiger-Splits zu verzeichnen: Vom Zürcher Oberländer und vom Unterländer haben je fünf Leute "die Seiten gewechselt", bei der Zürichsee-Zeitung waren es zwei.
Die redaktionelle Kooperation sei auch im Hinblick auf die Konkurrenz durch die neuen Regional-Splits des Tagesanzeigers entstanden, sagte Zürichsee-Zeitung-Chefredaktor Benjamin Geiger an der Pressekonferenz. Nicht ohne Grund sei deshalb der Start der Zürcher Landzeitung vor dem 6. November (Startdatum Tagesanzeiger-Splits) erfolgt.
Die Kooperation wäre aber auch ohne die Lancierung des Tagesanzeigers zustande gekommen, wie Geiger betont. Die Chefredaktoren sehen die Zusammenarbeit als Chance, um Ressourcen freizusetzen und die regionalen Seiten zu stärken. Die neue Mantelzeitung wird gemäss Christoph Vollenweider, Chefredaktor des Oberländers, eine liberale politische Ausrichtung haben.
Neues Kapitel der Zusammenarbeit
Bei der redaktionellen Kooperation handle es sich nicht um einen zufälligen Zusammenschluss, sondern um einen schon länger geplanten Schritt, betonte Benjamin Geiger. Die Partnerschaft hatte schon mit der Inbetriebnahme der gemeinsamen Druckerei in Oetwil am See, sowie mit dem vereinheitlichten Layout seit August 2005 ihren Anfang genommen.
Eine erhöhte Beteiligung der NZZ am Mantelprojekt ist nicht geplant. Auch einen redaktionellen Austausch wird es in Zukunft nicht geben. Die Verwandtschaft mit der NZZ habe aber sicher geholfen, die Kooperation erst zu ermöglichen, so Geiger.
Zürcher Landzeitung-Redaktionsleiter Michael Schoenenberger hob den hohen Kooperationsaufwand hervor, der durch die Partnerschaft entsteht. Die neue Redaktion in Stäfa beschäftigt deshalb einen Dienstredaktor, welcher in ständigem Kontakt zu den Redaktionen in Stäfa, Wetzikon und Dielsdorf steht. Neu hat die Zürcher Landzeitung zudem einen eigenen Bundeshauskorrespondenten, der gleichzeitig Berichte für den Bund und das St. Galler Tagblatt liefert. Die Frontseite wird auch in Zukunft von den einzelnen Redaktionen gestaltet.
Laut Christoph Vollenweider sollen mit der verstärkten Kooperation und der gemeinsamen Mantelzeitung vor allem die Kernkompetenzen in der regionalen Berichterstattung gestärkt werden. Die Zusammenarbeit soll sowohl die Qualität der Mantelzeitung als auch diejenige der drei eigenständigen Regionalausgaben steigern.
Gemeinsam erreichen die drei Zeitungen derzeit eine Auflage von 110'686 Exemplaren und 211'000 Leser. Mit der wöchentlichen Grossauflage werden 342'000 Leser erreicht. Die Zürcher Landzeitung wird dadurch zum schweizweit siebtgrössten Zeitungstitel.
(Bericht: Martina Bieler)
Die Titelseiten der ersten Ausgaben mit dem neuen Mantelteil:

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