21.08.2016

SRG

Roger de Wecks Lobby-Offensive in Bundesbern

Im Vorfeld von wichtigen medienpolitischen Entscheidungen führt der SRG-Generaldirektor laut einem Bericht Gespräche mit Parlamentariern. Dabei positioniere er die SRG als Bollwerk für Qualitätsjournalismus.
SRG: Roger de Wecks Lobby-Offensive in Bundesbern
SRG-Generaldirektor Roger de Weck. (Bild: Keystone)

Generaldirektor Roger de Weck positioniert die SRG in Gesprächen mit Politikern als Bollwerk gegen eine «Blocherisierung der Presse», wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet.

In Bundesbern stehen wichtige medienpolitische Entscheidungen an. Im Vorfeld hat SRG-Generaldirektor Roger de Weck laut der Zeitung eine Lobby-Offensive gestartet. Er führe Spitzengespräche mit Parteien.

Vor allem aber versuche er in bilateralen Treffen, Parlamentarier von der Bedeutung der SRG als Bollwerk für Qualitätsjournalismus und gegen angebliche mediale Machtgelüste Christoph Blochers zu überzeugen. Die SaS stütz sich auf mehrere Quellen, auch solchen aus de Wecks Umfeld.

Garantin für Qualitätsjournalismus

Die Botschaft in den persönlichen Gesprächen sei deutlich. Die privaten Medienhäuser hätten Mühe, Qualitätsjournalismus für die Zukunft zu garantieren. Deshalb brauche es die SRG als Garantin für unabhängigen Qualitätsjournalismus.

Gleichzeitig teilt de Weck die Verlage in zwei Gruppen ein. Die erste habe sich bereits auf andere Geschäftsfelder verlegt und wolle ihre journalistischen Produkte tendenziell eher abstossen. Damit meint de Weck vor allem Tamedia.

Die zweite Gruppe konzentriere sich auf Journalismus, könnte in einer Krise aber gezwungen sein, Produkte zu verkaufen. De Weck denkt an NZZ, AZ Medien und Somedia. In der Schweiz gebe es aber nur einen Käufer. Der sitze in Herrliberg, liess de Weck durchblicken. Gemeint ist Milliardär und SVP-Stratege Christoph Blocher.

«Ein Skandal»

De Wecks Argumente sorgen für rote Köpfe. «Dass der SRG-Direktor die privaten Verleger in Gesprächen mit Parlamentariern schlecht macht, empfinde ich als Skandal», sagt Somedia-Verleger Hanspeter Lebrument, Präsident des Verbands Schweizer Medien, gegenüber der Zeitung.

Blocher selbst hält fest: «Es ist nicht der Auftrag des Vorstehers des Staatsfernsehens, private Verlage zu verunglimpfen. Das ist kreditschädigend für die Verlage.» (SaS)


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KOMMENTARE

Kurt Heller
22.08.2016 18:05 Uhr
Was soll denn hier "Verunglimpfung" sein. Ist doch nur Tatsache und absehbar.
Dieter Widmer
22.08.2016 09:46 Uhr
Ist im Bollwerk für Qualitätsjournalismus der Kassensturz auch inbegriffen? Ich habe Zweifel.
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