03.05.2015

SRG

Roger de Wecks "verschwundener Lohn"

Verwirrung um Zahlen in Geschäftsbericht.

Die SRG hat in ihren Geschäftsberichten in den letzten drei Jahren für ihren Generaldirektor 99’000 Franken weniger Gehalt angegeben, als er tatsächlich zugesprochen erhielt. Statt 492’000 Franken verdiente Roger de Weck 2013 inklusive variablen Teils 553’000 Franken. Und statt 510’000 Franken belief sich sein Gehalt 2012 auf 548’000 Franken.

Für die Öffentlichkeit sah es danach aus, als wäre sein Lohn im Vergleich zu den Vorjahren gesunken – tatsächlich hatte die SRG einen Teil des Bonus verschwiegen, schreibt die "SonntagsZeitung". Bereits in ihrer Ausgabe von letzter Woche wies die Zeitung auf die Lohnlücke hin und die SRG dementierte postwendend.

Die SRG verteidigt die unvollständigen Angaben mit dem Verweis auf einen geänderten Auszahlungsmodus. "2012/13 wurde das neue System – mit Auszahlung des variablen Teils des Lohns erst im April des folgenden Jahres – eingeführt, um mehr Zeit zu haben für die Bewertung der von jedem Kadermitglied erbrachten Leistung", sagt SRG-Sprecher Daniel Steiner.

Tatsächlich hatte das Medienhaus im Geschäftsbericht 2012 in einer Fussnote auf den neuen Zahlungsmodus hingewiesen – im Bericht 2013 fehlt jegliche Bemerkung dazu. Auch 2014 wurde nur im Kleingedruckten vermerkt, dass die Löhne "nicht vergleichbar" seien, obwohl die tatsächlichen Zahlen für die letzten Jahre intern bekannt und im Geschäftsbericht hätten transparent gemacht werden können– genauso, wie es jedes börsenkotierte Unternehmen macht.

Die SRG sagt, dass die Vergütungen von der «internen Revision» abgesegnet worden seien und nicht wie die restlichen Zahlen von einer externen Revisionsstelle. Die vollständigen Gehaltszahlen für ihren Generaldirektor gab die SRG erst auf Nachfrage bekannt. Laut Sprecher Steiner wäre die "Lücke" in den Lohnzahlen am Ende von de Wecks Tätigkeit bei der SRG "aufgewogen und im entsprechenden ­Geschäftsbericht ausgewiesen" worden.

Roger de Weck hat 2014 also nicht 68’000 Franken mehr verdient als im Jahr zuvor, wie die "SonntagsZeitung" letzte Woche aufgrund der offiziellen Zahlen berichtet hatte – er erhielt 2012/13 insgesamt 99’000 Franken zusätzlich zu den publizierten Vergütungen.

Laut "Weltwoche" fehlen in den Jahresberichten auch die Arbeitgeber-Anteile an die Pensionskasse, die 2013 bei de Weck 52 000 Franken betrugen. Insgesamt verdiente der Generaldirektor 2013 also nicht 492’000 Franken, wie die Gebührenzahler aufgrund des Geschäftsberichts angenommen haben, sondern 605’000 Franken. (pd)


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