22.04.2015

Scharsch i Pero

Russische Satirezeitung lanciert

Putin-Anhänger hatten sie in Leben gerufen.

Eine Gruppe von Anhängern des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat am Dienstag eine neue satirische Wochenzeitung präsentiert. Die erste Ausgabe befasst sich laut einem Sprecher ausschliesslich mit den "Vorgängen in der Ukraine".

Am Dienstag verteilten Aktivisten der "Anti-Maidan-Bewegung", in der sich Biker-Clubs, Kosaken, Sportler und Veteranen zusammengeschlossen haben, in Moskau die erste Ausgabe des vierseitigen Gratismagazins "Scharsch i Pero" (Karikatur und Stift). Die Zeitschrift gibt sich als russische Antwort auf das französische Magazin "Charlie Hebdo" aus.
 
"In der Ukraine und im Westen läuft eine gigantische russophobe Kampagne", sagte der Künstler Michail Serebryakow. "Deshalb haben wir uns zusammengesetzt, um unsere Antwort zu geben." Die Cartoons und Gedichte richten sich allesamt gegen den Westen.
 
Eine Karikatur zeigt die deutsche Kanzlerin Angela Merkel neben US-Präsident Barack Obama, dem britischen Premierminister David Cameron und Kanadas Regierungschef Stephen Harper. Die Politiker halten sich Augen und Mund zu: "Wir im Westen haben entschieden, dass die Aggression nur von Moskau ausgeht. Wir haben unsere Augen und Münder geschlossen, es ist nicht unser Fehler."
 
In der kommenden Ausgaben der Satirezeitschrift wollen sich die Macher mit der russischen Opposition befassen. Sprecher der Waleri Saborowski schloss zwar nicht aus, dass sich die Zeichner künftig auch Putin widmen könnten. "Aber es gibt Grenzen", betonte er. (sda)

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