03.09.2014

Ukraine

Russischer Fotograf ums Leben gekommen

Das Auto von Andrej Stenin wurde beschossen und verbrannte.
Einen Monat nach seinem Verschwinden in der umkämpften Ostukraine hat die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti den Tod ihres Fotojournalisten Andrej Stenin bekannt gegeben.
 
Er sei vor einem Monat ums Leben gekommen, als sein Wagen nahe Donezk beschossen worden sei, erklärte der Chef der Nachrichtenagentur, Dmitri Kiselew, am Mittwoch in Moskau.
 
Das Verschwinden des renommierten Fotografen am 5. August hatte die russischen Medien schockiert. In Moskau war die ukrainische Nationalgarde verdächtigt worden, den 33-Jährigen entführt zu haben. Kiselew erklärte nun, der Fotograf sei kein "Gefangener" gewesen. Sein Wagen sei auf einer Strasse nahe der Rebellenhochburg Donezk verbrannt. Russische Medien verbreiteten am Mittwoch Bilder des völlig ausgebrannten Autos.
 
Das russische Aussenministerium erklärte, es habe sich um einen "barbarischen Mord" gehandelt. Ersten Ermittlungsergebnissen zufolge sei dieser von ukrainischen Streitkräften und Mitgliedern der Nationalgarde verübt worden, die laut Zeugenaussagen das Gebiet kontrolliert hätten. Das Ministerium verlangte eine "vorbehaltlose Aufklärung".
 
Putin drückt Beileid aus
Russischen Ermittlern zufolge begleitete Stenin am 5. August einen von Separatisten geschützten Flüchtlingstreck. Ukrainische Streitkräfte hätten die Kolonne beschossen und "mehr als zehn Autos von Zivilisten zerstört", heisst es in einer Stellungnahme der Staatsanwaltschaft. Am vergangenen Mittwoch hätten die Rebellen sterbliche Überreste aus den Wagen an die russischen Ermittler übergeben, anschliessend sei Stenin identifiziert worden.
 
RIA-Nowosti-Chef Kiselew warf den ukrainischen Behörden vor, über das Schicksal des Fotografen "gelogen" zu haben. "Als wir noch alles Mögliche und Unmögliche versuchten, ihn zu retten, war Andrej schon nicht mehr am Leben", erklärte er. Russlands Präsident Wladimir Putin drückte der Familie des Fotografen sein Beileid aus.
 
Der Konflikt in der Ostukraine ist schon für mehrere Journalisten zur tödlichen Falle geworden. Im Juni waren dort drei russische Reporter getötet worden. Im Mai waren ein italienischer Fotograf und sein Assistent der Gewalt zum Opfer gefallen. (sda)

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