Einen Euro Schadenersatz muss die Westschweizer Zeitung "Le Matin" dem französischen Innenminister zahlen. Das Blatt hatte mehrmals über die Ehekrise im Hause Sarkozy berichtet. Der Chefredaktor spricht von einem "Beinahe-Sieg". Das Zivilgericht im französischen Thonon-les-Bains befand die Zeitung für schuldig, die Privatsphäre des konservativen Politikers verletzt zu haben. Der "Le Matin"-Verlag Edipresse muss deshalb auch die Gerichtskosten von 1200 Euro tragen.
"Le Matin" hatte im Mai 2005 in fünf aufeinanderfolgenden Ausgaben über die Ehekrise von Nicolas und Cécilia Sarkozy berichtet. Verurteilt wurde Edipresse aber nur für Aussagen in zwei Ausgaben sowie deren Publikation im Internet. Sarkozys Anwalt verlangte vom Verlag Edipresse nicht nur den einen Euro Schadenersatz. Er wollte, dass "Le Matin", das Urteil auch in den für Frankreich bestimmten Ausgaben und auf deren Internet-Seiten veröffentlicht. Mit diesem Antrag blitzte Sarkozy aber ab. Das Gericht beurteilte diese Massnahme als unverhältnismässig. Es verwies darauf, dass "Le Matin" keine eigene Ausgabe für Frankreich produziert und auf französischem Gebiet lediglich rund 500 Exemplare vertreibt.

