26.10.2004

Pressefreiheit

Schweiz auf Platz 8

Mittlerer Osten und Ostasien schneiden am schlechtesten ab.

Die am Dienstag von Reporter ohne Grenzen (RoG) zum dritten Mal veröffentlichte Rangliste zur Medienfreiheit gibt Aufschluss über die Lage weltweit. Die Schweiz liegt dabei auf Rang 8. Spitzenreiter sind wie im Jahr zuvor die skandinavischen Länder. Ganz oben stehen Dänemark, Finnland, -- auf Rang 3 dazwischen Irland -- Island, Norwegen und die Niederlande. Deutschland nimmt mit Estland, Schweden und Trinidad Rang Elf ein. Lediglich drei aussereuropäische Länder haben es unter die ersten Zwanzig der Liste geschafft, darunter Neuseeland (9), Trinidad (11) und Kanada (18).

Am meisten bedroht ist die Pressefreiheit in Ostasien mit Schlusslicht Nordkorea (Rang 167), gefolgt von Birma (164), China (162), Vietnam (161) und Laos (153) und im Mittleren Osten mit Saudi Arabien (159), Iran (158), Syrien (155) und dem Irak (148).

In diesen Ländern sind Journalisten täglichen Repressalien und Zensur ausgesetzt und unabhängige Medien haben es schwer oder existieren gar nicht. Der Irak zählt zu den gefährlichsten Gebieten der Welt. Seit Kriegsbeginn im März 2003 sind dort 44 Journalisten getötet worden.

Kuba (166) und China (162) zählen zu den grössten Gefängnissen der Welt für Journalisten. In Eritrea (163) und Turkmenistan (164) ist die Bevölkerung ausschliesslich auf staatlich kontrollierte Information angewiesen. Unabhängige Medien sind dort verboten.

Kleinere Demokratien, oft ärmere Länder, wie El Salvador (28) und Costa Rica (35) in Zentralamerika, die Kapverden (38) und Namibia (42) in Afrika oder Osttimor in Asien (57) haben gut abgeschnitten und gelten als Länder, die Medienfreiheit als Voraussetzung für Demokratie anerkennen und respektieren.

Für die Auswertung der Rangliste hatte Reporter ohne Grenzen 14 Partnerorganisationen in fünf Kontinenten, ein Netzwerk von 130 Korrespondenten sowie Journalisten, Wissenschaftler, Juristen und Menschenrechtler interviewt. Der Katalog umfasste 52 Fragen zur Situation der Medienfreiheit in ihrem jeweiligen Land. Sie wurden unterschiedlich gewichtetet und bezogen sich auf Themen wie gewalttätige Übergriffe, Morde oder Verhaftungen. Auch nach Zensur, staatlichen Monopolen oder dem Engagement von Regierungen für die Medienfreiheit hat RoG sich erkundigt.

In diesem Jahr lagen für 165 Länder auswertbare Fragebögen vor, im Jahr 2003 waren es 164, im Jahr 2002 nur 139. Israel (besetzte Gebiete / Israel) und die USA (Irak / USA) sind wie im Jahr zuvor zweifach bewertet worden. Die Rangliste bezieht die Lage der Medien im Zeitraum zwischen 1. September 2003 und 1. September 2004 ein. Sie spiegelt nicht die allgemeine Menschenrechtslage eines Landes wider.


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