Ab kommendem Mittwoch ist die Schweizer Fernsehlandschaft um einen Kanal reicher: Am Mittag um 12 Uhr geht das Schweizer Sportfernsehen SFF auf Sendung. Die Verantwortlichen versprechen ein Vollprogramm, das den Sport in seiner ganzen Breite abbilden will. Erklärtes Ziel des SSF ist es, Plattform für nationale und regionale Sportaktivitäten zu werden, und zwar in allen erdenklichen Disziplinen, von Faustball über Beachvolleyball bis hin zu Autorennen, Armbrustschiessen und der Fussball Challenge League.
Man wolle dabei nicht nur Wettkämpfe übertragen, sondern den Sport in seiner ganzen Breite und Bedeutung abbilden, sagte SSF-Verwaltungsratspräsident Peter Weigelt am Donnerstag vor den Medien. "Dazu gehören für uns auch Breitensport-Anlässe und gesundheitliche Aspekte."
Die SSF-Macher sind keine Neulinge: Auf dem Privatsender StarTV absolvierten sie in den letzten 18 Monaten einen Testlauf, bei dem sie insgesamt 250 Sportsendungen ausstrahlten, darunter auch die Spiele der Fussball Challenge League, die jeweils am Montagabend übertragen wurden. Bis jetzt hat das SSF mit über 40 Schweizer Sportverbänden Verträge abgeschlossen, damit sich diese zur Hälfte an den Produktionskosten beteiligen.
Gesicht des Senders wird Moderatorin Claudia Lässer, die zugleich für das Programm verantwortlich ist. Lässer werde bei der Programmgestaltung versuchen, den bisher etwas bescheidenen Zuschauerinnenanteil von 30 Prozent noch zu verbessern, sagte Weigelt über sein Aushängeschild. Den weiblichen Blick will Lässer auch beim Fussball-Talk "Kick-it!" einbringen.
Zusammen mit Ex-Fussballer Jörg Stiel wird sie jeweils eine Stunde lang Fussballer und Funktionäre in die Zange nehmen. Um Gesundheit und Prävention geht es schliesslich im "Gesunden Sportmagazin" in Zusammenarbeit mit einer Zürcher Privatklinik. Bewusst verzichtet wird auf Skandale wie etwa Doping im Radrennsport oder gewaltbereite Fussballfans.
Vollprogramm ab Herbst
Gestartet wird am 1. Juli mit einem Programm, das zu einem grossen Teil noch auf Wiederholungen und eingekauften Sendungen aufbaut. Bis zum Beginn der Hallensportart-Meisterschaften im Herbst wolle man das SSF aber zum Vollprogramm ausbauen, sagte Weigelt. Ausgestrahlt wird der Sender auf dem bisherigen Platz des Deutschen Sportfernsehens DSF, welches kurz vor dem SSF-Start abgestellt wird.
Das Bundesamt für Kommunikation BAKOM hatte im Februar 2009 entschieden, dass die Cablecom den neuen Sender für mindestens drei Jahre im analogen Angebot verbreiten muss. Verbreitet wird das SSF auch über andere Kanäle, wie etwa dem Graubündner Kabelnetz Telerätia, über das digitale Grundangebot der Cablecom, über BluewinTV und über InternetTV.ch.
Was die Werbeeinnahmen angeht, hofft das SSF noch auf etwas mehr zahlungskräftige Kunden und Sponsoringpartner. "Momentan ist es schwierig, Werbegelder zu generieren", sagte Weigelt. Das SSF werde den Werbekunden aber beweisen, dass es viel Potential habe. (sda)

