Momentan dominiert in der Abteilung Sport beim Schweizer Fernsehen die anstehende Fussball-WM das Geschehen. Doch Sportchef Urs Leutert muss sich bereits jetzt schon Gedanken zum Konkurrenzkampf des öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit anderen Anbietern machen. Er sieht aber zusätzliche Anbieter nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung, wie Leutert im Interview mit dem Tages-Anzeiger erklärt.
So steigt zwar beispielsweise Sat.1 Schweiz aus dem Fussballmarkt aus, Swisscom mischt aber als neuer Konkurrent mit. Das beunruhigt Leutert aber nicht: "Die SRG wird auch weiterhin die Grundversorgung sicherstellen". Es gebe aber immer mehr Leute mit einem gesteigerten Interesse an der Sportberichterstattung. Die könne SF nicht befriedigen, darum sei man froh, dass dies durch andere Anbieter geschieht.
Eishockey in reduziertem Paket
Der Schweizer TV-Konsument muss sich im Sport darauf einstellen, dass er bei SF zwar weiterhin das Grundangebot hat, dieses Grundangebot aber kleiner wird. Gemäss Leutert wird SF vor allem im Eishockey in den Playoffs ein reduziertes Paket haben. "Konsumenten, welche das bisherige Programm der SRG-Sender haben wollen, müssen andere Anbieter dazu nehmen und dafür zusätzlich bezahlen."
Leutert unterscheidet nicht zwischen Verbreitungswegen TV, Internet und Mobile, sondern sieht die grundsätzlichen Unterscheidungsmerkmale in "Pay"- und "Free"-Angeboten. SF als Service-public-Sender decke den Bereich "free" ab. "Alles, was bezahlt werden muss, wird im Schweizer Fussball künftig von anderen angeboten." Die SRG wolle für ihre Programme keine zusätzlichen Kosten verlangen, egal auf welchen Kanälen diese vertrieben werden.
Kein eigener Sportkanal
Ein Einstieg der SRG ins Bezahlfernsehen via eigenen Sportkanal schliesst Leutert gegenüber dem Tages-Anzeiger aus: "Ein Sportkanal könnte nur im Free-TV angeboten werden." Im Gegensatz zu England und Österreich, wo solche Pläne bald realsiert werden, sei ein eigener Sportkanal bei der SRG "absolut kein Thema".

