Die deutschen Zeitungsverleger müssen zunehmend sinkende Umsätze und Auflagen wegstecken. Die gesamten Erlöse fielen 2013 um 4,4 Prozent auf rund 7,9 Milliarden Euro, wie der Branchenverband BDZV am Dienstag mitteilte.
Während die Einnahmen aus dem Vertrieb fast stabil blieben, sackte das Geschäft mit Anzeigen und Beilagen um knapp zehn Prozent ab. Die Gesamtauflage fiel im ersten Quartal binnen Jahresfrist um gut drei Prozent auf 21,51 Millionen Exemplare.
E-Paper-Ausgaben mit starkem Wachstum
Bei den E-Paper-Ausgaben hingegen ging es um 64 Prozent auf 560'000 nach oben. Grund für den weiter steigenden Verkauf sei die immer stärkere Nutzung von Tablets und Smartphones, sagte BDZV-Experte Jörg Laskowski.
Insgesamt zog der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger eine gemischte Bilanz. "Es gibt unter den 329 Zeitungsverlagen in Deutschland Häuser, bei denen die Geschäfte gut laufen", sagte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff. "Aber es gibt auch Unternehmen, die müssen Tag für Tag aufs Neue im Markt kämpfen."
Bezahlmodelle für Internet-Inhalte
Wegen sinkender Auflagen und schwindender Umsätze basteln die Firmen seit Jahren an Geschäftsmodellen, wie sie Zeitungen fit für die Zukunft machen und wie sie mit journalistischen Inhalten im Internet Geld verdienen können.
Derzeit haben 79 Verlage Bezahlmodelle im Netz, bis Ende 2014 könnten es nach BDZV-Schätzung 100 sein. Die meisten Nutzer entschieden sich auch im Internet für ein Abonnement, das im Schnitt acht Euro pro Monat koste. Daneben bieten viele Verlage zusätzlich Tagespauschalen von durchschnittlich 1,10 Euro.
Zahlungsbereitschaft steigt
In der Zeitungsbranche bestehe Konsens, die Angebote nicht mehr komplett gratis zu machen, betonte der Verband. Inzwischen gebe es auch eine gelebte Bezahlkultur im Netz.
So seien die Nutzer bereit, für Spiele, Musik, Videos und auch Zeitungsinformationen zu zahlen. 25 Prozent aller Internetnutzer geben laut BDZV bereits Geld für digitale journalistische Inhalte aus. (sda)

