Die Nachricht am Mittwoch kam unerwartet: Admeira, die Werbeallianz von SRG, Swisscom und Ringier, hatte 15 Prozent an Audienzz gekauft (persoenlich.com berichtete). Zudem prüfen die beiden Partner eine weitergehende Zusammenarbeit. Heisst das, die NZZ wird bald Aktionärin von Admeira? Das wäre eine abrupte Kehrtwende, denn die NZZ ist Mitglied im Verband Schweizer Medien, welcher sich seit Bekanntwerden des Admeira-Vorhabens mit allen Mitteln dagegen zur Wehr gesetzt hatte.
«Nein», heisst es an der Falkenstrasse. Man wolle die NZZ-Produkte weiterhin selber vermarkten, hiess es auf Anfrage. Es gehe vielmehr darum, Wissen auszutauschen. Und als «medienpolitisches Statement» will die NZZ-Gruppe die Zusammenarbeit ebenfalls nicht verstanden wissen. An der medienpolitischen Einstellung ändere sich nichts.
Das sei «ein unternehmerischer Entscheid der NZZ-Mediengruppe. Die NZZ vermarket sich weiter selber und wird auch nicht Teilhaber von Admeira. Umgekehrt: Admeira kauft sich bei der NZZ-Tochterfirma Audienzz ein», so Andreas Häuptli, Geschäftsführer des Verbandes Schweizer Medien, auf Anfrage von persoenlich.com.
Auch wenn sich nun die NZZ und Admeira angenähert haben, «besteht weiterhin Einigkeit im Verband, inklusive der NZZ, gegenüber des – wegen der Beteiligung der SRG – problematischen Konstrukts Admeira», so Häuptli.
Der Verband hält an seiner Forderung fest, wonach Admeira in «zwei separate Gesellschaften» aufgespalten werden sollte. Die Bereiche Datamanagement und Verkauf von Werbung seien voneinander zu trennen (persoenlich.com berichtete).
Nach dem Bekanntwerden der Beteiligung Admeiras an Audienzz hoffte der Verband, «auf eine höhere Bereitschaft bei Admeira, mit der Branche in Gespräche zu gehen für eine Lösung der Konflikte und im Sinne der Stärkung des Medienplatzes Schweiz». Häuptli dazu: «Das wurde ja bisher verweigert».

