Schweizer TV-Markt der Zukunft: Screen-up & congress ist der führende Schweizer Branchenanlass für audiovisuelle, elektronische Medien und findet am Dienstag, 26. September 2006, im Zürcher Kinotheater Abaton statt. Nach dem Erfolg im Vorjahr mit der Erweiterung zum Fachkongress screen-up & congress findet auch dieses Jahr im Anschluss an die Screenings ein Kongress-Modul für Führungskräfte mit Fachreferaten statt.
Veranstaltet wird die screen-up & congress von Cinecom, IP Multimedia, Publisuisse, RTL Group und SevenOne Media. Im Vorfeld zur diesjährigen screen-up & congress hat persönlich die Geschäftsführer der führenden TV-Vermarkter in der Schweiz befragt: Wie beurteilen Sie die heutige Marktsituation, welches sind die wichtigsten Entwicklungen im Schweizer TV-Markt der Zukunft und mit welchen Auswirkungen für die Branche rechnen Sie? Hier die aktuellen Einschätzungen.
Michi Frank, CEO IP Mulitmedia

Wider Erwarten ist das aktuelle Jahr für alle Medien harzig gestartet: Obwohl sämtliche wirtschaftlichen Indikatoren positiv waren, zeigte sich der Schweizer Werbemarkt zu Beginn dieses Jahres verhalten. Seit der Fussball-WM hat das Fernsehen aber wieder zugelegt, sodass wir nun für das ganze 2006 optimistisch sind. Unsere Kunden zeigen sich auch für 2007 zuversichtlich, und wir können daher davon ausgehen, dass die Fernsehinvestitionen weiter anziehen. Natürlich erwarten wir auch durch die Umsetzung des neuen Radio- und Fernsehgesetzes im Frühling 2007 einen Wachstumsschub.
Matthias Luchsinger, CEO Cinecom

Ganz allgemein wird der Verdrängungskampf innerhalb der Medien immer noch stärker. Anbieter und Agenturen sehen sich einer steigenden Anzahl von Mitbewerbern gegenübergestellt, und gleichzeitig steigen die Kundenansprüche punkto Kurzfristigkeit, Leistung, Qualität und Konditionen. Dennoch rechnen wir für den TV-Gesamtmarkt mit einem moderaten Wachstum, wobei wir dank Marktanteilsgewinnen bei Sat.1 und Kabel eins sowie dem fulminanten Start von 3+ bei Cinecom von einem überdurchschnittlichen Zuwachs ausgehen. Punkto Entwicklungspotenzial ist die Ausgestaltung des neuen RTVG für die Medienlandschaft von entscheidender Bedeutung. Cinecom steht für eine liberale Haltung und wehrt sich gegen marktverzerrende Einschränkungen.
Martin Schneider, Direktor publisuisse

Wir befinden uns heute in einer Phase, die gezeichnet ist von grossen Veränderungen sowohl im Marktumfeld unserer Kunden als auch bei den Medien selbst. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und damit der Konvergenz der Medien werden wir in den nächsten zehn Jahren die totale Elektronisierung der Medien erleben. Dies wird dem Medium TV in all seinen zukünftigen Formen in Bezug auf das Konsum- und Nutzungsverhalten, aber auch als Werbeträger zusätzlichen Schub verleihen. Die grosse Herausforderung für uns ist, die Bedürfnisse der Werbeauftraggeber nach gesamtheitlichen, innovativen Kommunikationslösungen zu erfüllen und gleichzeitig die Beweisführung über deren Wirksamkeit anzutreten.
Hardy Lussi, Managing Director SevenOne Media

Langsam ist jeder Fuss auf einem unbekannten Pfade, sagt ein irisches Sprichwort. Zungenbrecher wie MPEG-4, IP-TV, DVB, HDTV und PVR pflastern den Weg in die Fernseh-Zukunft. TV-Vermarkter, Agenturen und Auftraggeber sind gleichsam gefordert, sich für die neuen Entwicklungen zu rüsten, wenn sie nicht an den Konsumenten vorbeikommunizieren wollen. TV ist -- trotz dem vermurksten, neuen RTVG -- nicht tot. Mit 3+ startet ein neues Privatprojekt. Konkurrenz, die alle ein wenig spüren werden. Die einen reagieren mit neuen Ideen, andere mit Klagen und eingekaufter Programmware, für die sie hunderte von Gebührenmillionen einsetzen können. Egal ob 3+ oder neue Medien: Nur wer sich darauf einstellt, wird Erfolg behalten.

